Ich bin Jahrgang 1968 und stehe dem Thema etwas anders gegenüber als jüngere Sparer hier. Für mich persönlich ist die Frage Rente vs. Kapital keine abstrakte – ich denke da sehr konkret dran.
Meine Einschätzung nach vielen Jahren mit verschiedenen Vorsorgeprodukten: Die Sicherheit einer lebenslangen Rente hat einen Wert, der oft unterschätzt wird. Das Langlebigkeitsrisiko – also das Risiko, älter zu werden als das eigene Kapital reicht – ist real. Wer mit 85 kein Geld mehr hat, hat ein Problem.
Auf der anderen Seite: Wenn man früh stirbt oder im Alter pflegebedürftig wird und das Kapital vererben möchte, ist die Rente oft das schlechtere Modell. Das ist dann wirklich eine persönliche und familiäre Entscheidung.
Ich hab meinen Riester-Vertrag bereits aufgelöst und warte jetzt auf das neue Depot. Ich werde wahrscheinlich verrentern, weil mir die Planbarkeit wichtig ist. Aber ich verstehe, dass das nicht für jeden passt.
Was hier noch keiner angesprochen hat: Schaut euch auch an, wie die Besteuerung bei Einmalauszahlung konkret aussieht – ob da eventuell ein Fünftelungsverfahren oder eine andere Begünstigung greift, wie es das früher bei manchen Produkten gab. Das macht einen erheblichen Unterschied bei größeren Summen. Ich hab ehrlich gesagt noch keine gesicherten Informationen dazu für das neue Depot, aber die Frage lohnt sich zu stellen bevor man sich für Verrentung entscheidet nur weil es steuerlich 'sicher' klingt.
Kurz von mir als jüngerer Sparer: ich glaube die meisten Anbieter werden da Flexibilität lassen bis kurz vor Auszahlung. Komplett festlegen bei Vertragsstart wäre ja auch irgendwie absurd wenn man 30+ Jahre Zeit hat bis dahin 😄
Aber das mit den 30% Einmalauszahlung, was Thomas-Weber schreibt, klingt plausibel. Das kannte ich noch nicht genau, danke für den Hinweis.