Hallo zusammen,
ich stehe gerade vor einer Frage, die mich schon ein paar Tage beschäftigt. Ich bekomme diesen Monat meinen Jahresurlaub ausgezahlt – rund 1.800 Euro netto. Eigentlich hatte ich vor, damit einen Teil des Sommerurlaubs zu finanzieren, aber wir haben uns dann doch für einen günstigeren Campingurlaub entschieden, sodass ich den Großteil davon eigentlich investieren könnte.
Jetzt überlege ich, ob ich den Betrag einfach als Einmalzahlung ins Altersvorsorgedepot 2027 stecken soll (sobald das ab Januar möglich ist), oder ob ich das lieber auf 12 Monate aufteile und monatlich einzahle. Ich habe gelesen, dass man beim Cost-Average-Effekt gleichmäßiger ins Risiko einsteigt – aber stimmt das wirklich bei langen Anlagehorizonten? Wenn ich noch 20-25 Jahre bis zur Rente habe, macht das dann überhaupt einen signifikanten Unterschied?
Ein Argument für die Einmalzahlung wäre, dass ich die staatliche Förderung auf einen Schlag mitnehme und das Geld sofort arbeiten kann. Andererseits frage ich mich, ob man das Jahresmaximum eigentlich mit einer Einzahlung ausschöpfen kann oder ob da irgendwelche Einschränkungen drinstecken.
Hat hier jemand schon mal ähnlich überlegt oder sich damit näher beschäftigt? Würde mich über eure Einschätzungen freuen, auch wenn das Depot ja erst 2027 startet und wir das jetzt noch nicht direkt ausprobieren können.
Viele Grüße
Klaus
Ich seh das ähnlich wie S.Bergmann89, aber mit einem kleinen Zusatz: Hast du die Förderstruktur schon genauer angeschaut? Also ob die staatliche Zulage prozentual oder pauschal auf die Einzahlungen berechnet wird – das kann nämlich die Einmalzahlung je nach Konstellation noch attraktiver oder halt irrelevanter machen.
Ich hab mich im Anbieter-Thread schon gefragt, ob bestimmte Anbieter überhaupt Einmalzahlungen vernünftig abbilden oder ob die hauptsächlich auf Sparpläne ausgelegt sein werden. Da wäre ich gespannt was du rausfindest wenn du im Janur 2027 konkret anfängst.
Aber grundsätzlich: für 1.800 Euro und deinen Zeithorizont würde ich mich ehrlich gesagt nicht zu lange damit aufhalten. Lieber rein und fertig.
Kurz gesagt: Bei einem Anlagehorizont von 20+ Jahren ist der Unterschied zwischen Einmalzahlung und monatlichem Cost-Averaging statistisch gesehen meistens gering. Studien zeigen sogar, dass Einmalinvestitionen langfristig leicht besser abschneiden, einfach weil das Geld länger im Markt ist. Den Cost-Average-Effekt überschätzen viele ein bisschen.
Zur Förderfrage: Soweit ich das aus den bisherigen Informationen zum Altersvorsorgereformgesetz verstehe, gibt es ein Jahresmaximal für die Einzahlungen, aber keine Pflicht zur monatlichen Besparung. Eine Einmalzahlung bis zum Jahresmaximum sollte also grundsätzlich möglich sein. Das ist übrigens ein Punkt, der mich auch schon beschäftigt hat – ich hab das hier im Thread zu kleinen Beträgen beim Einstieg schonmal rangestreift.
Was ich persönlich empfehlen würde: Falls du emotional gut damit umgehen kannst, direkt nach Kurzem investieren und nicht zu lange warten. Das Geld auf dem Konto liegt ja bis Januar 2027 eh nur rum, wenn du es für das Depot reservieren willst.