Hallo zusammen,
ich bin gerade dabei, meine Finanzen für das neue Altersvorsorgedepot ab 2027 zu strukturieren und habe eine Frage, die mich schon länger beschäftigt: Macht es mehr Sinn, eine größere Einmalzahlung zu Jahresbeginn einzubringen, oder ist ein gleichmäßiger monatlicher Sparplan die bessere Strategie?
Mein Gedanke dahinter: Wenn ich z.B. den Förderhöchstbetrag von Anfang an voll ausschöpfe und alles auf einmal investiere, profitiere ich theoretisch länger vom Zinseszinseffekt über das Jahr hinweg. Andererseits gibt es natürlich das Argument des Cost-Average-Effekts beim monatlichen Sparen – gerade bei Aktien-ETFs könnte das bei volatilen Märkten Vorteile bringen.
Dazu kommt die praktische Frage: Wird die staatliche Förderung eigentlich unabhängig davon gewährt, ob ich monatlich oder als Einmalzahlung einzahle? Oder gibt es da Einschränkungen im Reformgesetz, die ich übersehen habe?
Ich stelle mir das konkret so vor: Im Sommer, wenn z.B. gerade Urlaubszeit ist und die Ausgaben etwas höher sind, wäre ein fester Sparplan natürlich bequemer als immer wieder neu zu entscheiden. Aber wenn es renditemäßig einen klaren Vorteil für eine Strategie gibt, würde ich das Unbequeme in Kauf nehmen.
Gibt es dazu schon belastbare Einschätzungen oder Erfahrungen aus vergleichbaren Produkten wie Riester oder ETF-Sparplänen, die man hier übertragen kann?
Danke im Voraus!
Das ist eine Frage, mit der ich mich auch schon beschäftigt habe. Ich hab damals bei meiner Riester-Lösung immer monatlich gespart, einfach weil es disziplinierter war und man nicht in Versuchung kam, das Geld anderweitig auszugeben.
Zum Cost-Average-Effekt möchte ich aber eines anmerken: Der klingt in der Theorie überzeugend, hat aber in der Praxis einen Haken. Studien zeigen ziemlich konsistent, dass eine Einmalanlage langfristig statistisch besser abschneidet als gestückeltes Investieren – einfach weil Märkte im Durchschnitt steigen und man mit dem Einmalzahlen mehr Zeit im Markt verbringt. Das gilt natürlich nur, wenn man das Kapital auch tatsächlich zur Verfügung hat.
Zur Förderfrage: Soweit ich die Gesetzeslage verstehe, ist die staatliche Zulage an den eingezahlten Jahresbetrag geknüpft, nicht an die Zahlungsweise. Das heißt, ob du monatlich oder einmalig einzahlst, sollte für die Förderung keine Rolle spielen. Aber das sollte jeder nochmal im Detail prüfen, ich bin kein Steuerberater.
Ich hab übrigens im Thread Altersvorsorgedepot mit 20+ Jahren bis zur Rente - lohnt der frühe Start? schon ähnliches diskutiert – da ging es auch darum, möglichst früh im Jahr investiert zu sein.
Ich seh das ehrlich gesagt etwas anders als Heinz oben. Der Cost-Average-Effekt mag statistisch gesehen schwächer sein, aber er hat einen psychologischen Vorteil den man nicht unterschätzen sollte: Man investiert auch dann, wenn die Kurse gerade fallen und man eigentlich zögern würde. Gerade für Leute die das erste Mal mit einem Depot starten ist das nicht unwichtig.
Und zum Thema Sommer/Urlaub – genau das ist doch der Punkt. Wenn man einen automatischen Sparplan laufen hat, muss man im Juli nicht darüber nachdenken während man am Strand liegt. Das Geld geht einfach raus.