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Nachhaltigkeits-Label beim Altersvorsorgedepot – welche ETFs kommen durch?

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LaraKoch
Beiträge: 32
Themenstarter
(@larakoch)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten
[#27]

Hallo zusammen,

ich beschäftige mich gerade – passend zum langen Sommerabend, wenn man mal Zeit zum Nachdenken hat – mit der Frage, welche nachhaltigen ETFs überhaupt für das neue Altersvorsorgedepot ab 2027 infrage kommen werden. Ich möchte gerne auf ESG oder SRI setzen, aber ich stehe vor ein paar Fragen, bei denen ich mir nicht sicher bin.

Konkret: Gibt es schon Hinweise, ob bestimmte Nachhaltigkeitsstandards (z.B. Paris-Aligned Benchmarks, EU Climate Transition Benchmarks) von den Anbietern bevorzugt werden oder ob das am Ende komplett dem Anleger überlassen bleibt? Ich habe gelesen, dass die Produktzulassung nach dem neuen AltZertG gewisse Mindestanforderungen an die Kostenstruktur stellt – aber steht da auch irgendwas zu Nachhaltigkeitskriterien drin?

Zweite Frage: Lohnt sich ein SRI-ETF überhaupt langfristig im Vergleich zum normalen MSCI World, wenn ich 30+ Jahre Anlagezeit vor mir habe? Ich lese dazu sehr unterschiedliche Meinungen. Manche sagen, die Performance ist fast gleich, andere sagen, man verzichtet auf zu viele Sektoren.

Ich plane nicht, jetzt schon irgendwo einzuzahlen – das geht ja erst 2027. Aber ich will mich vorbereiten und eine fundierte Entscheidung treffen, bevor das Depot startet. Hat jemand hier schon recherchiert oder Erfahrungen mit nachhaltigen ETF-Strategien, die sich gut für so ein Langfristdepot eignen würden?

Vielen Dank!


4 Antworten
Werner-Hoffmann
Beiträge: 29
(@werner-hoffmann)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Ich beschäftige mich beim Rebalancing schon länger damit, wie wichtig ein klares Regelwerk für das eigene Depot ist – und das gilt genauso für die ETF-Auswahl.

Mein pragmatischer Hinweis: Entscheide zuerst, ob dir Nachhaltigkeit ein echtes Anliegen ist oder ob du dir davon auch Renditevorteile erhoffst. Beides sind legitime Gründe, aber sie führen zu unterschiedlichen Produktentscheidungen.

Wenn es dir um Werte geht – dann nimm einen SRI oder Paris-Aligned ETF und akzeptiere die geringere Diversifikation bewusst. Wenn du primär renditemaximierend vorgehen willst, ist ein breiter MSCI World wahrscheinlich die solidere Basis für ein gefördertes Langfristdepot.

Was die Zulassung betrifft: Es gibt bislang keine offiziellen Anbieter-Whitelists für das Altersvorsorgedepot 2027. Ich würde da nicht zu früh auf bestimmte Produkte festlegen. Abwarten, wie die Anbieter die Produktpalette aufsetzen, wenn das Depot startet – und dann bewusst wählen.


Antwort
Sabine B.
Beiträge: 60
(@s-bergmann89)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Ich seh das etwas anders als Markus8268, zumindest was den praktischen Alltag angeht. Ich hab mich beim Thema Elternzeit und Förderung schon damit auseinandergesetzt, wie kompliziert es werden kann, wenn man zu viele Variablen gleichzeitig optimieren will.

Bei nachhaltigen ETFs ist das ähnlich: Man darf nicht vergessen, dass die ESG-Label alles andere als einheitlich sind. Ein ETF, der sich 'nachhaltig' nennt, kann trotzdem Öl- oder Rüstungsaktien enthalten, je nach Anbieter und Methodik. Ich würde empfehlen, beim konkreten ETF tief reinzuschauen – Fondsprospekt, Ausschlusskriterien, Engagement-Richtlinien.

Für ein 30-Jahres-Depot finde ich den Ansatz grundsätzlich sinnvoll, aber ich würde nicht zu stark auf einen engen SRI-Filter setzen, weil das die Streuung wirklich begrenzt. Vielleicht ein Basis-ESG-ETF mit breitem Universum als Kompromiss?

Ab 2027 wird sich zeigen, welche Anbieter hier überhaupt Auswahl bieten. Im Moment kann man da noch nicht viel konkret planen.


Antwort
Markus77
Beiträge: 25
(@markus77)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Ehrlich gesagt bin ich ein bisschen skeptisch, ob man das jetzt schon so detailliert planen kann. Wir wissen noch nicht mal genau, welche Anbieter überhaupt zugelassen sein werden und was die an ETFs anbieten. Ich les hier im Forum viel über ESG und SRI, aber ich würd erstmal abwarten bis 2027 konkret was auf dem Tisch liegt.


Antwort
Markus B.
Beiträge: 26
(@markus8268)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Gute Frage – ich hab mich mit dem AltZertG auch schon länger beschäftigt, u.a. im Thread zu den Zertifizierungsanforderungen und Inflationsschutz.

Nach meinem Kenntnisstand enthält das AltZertG in der aktuellen Fassung keine verpflichtenden Nachhaltigkeitskriterien für die enthaltenen ETFs. Es geht primär um Kostendeckel, Beitragserhalt und Zertifizierungspflicht der Produkte. Was in den zugelassenen Depots dann konkret investierbar ist, dürfte weitgehend dem Anbieter und dem Anleger überlassen bleiben – solange die ETFs handelbar und transparent sind.

Das bedeutet praktisch: Du wirst wahrscheinlich zwischen konventionellen und ESG-ETFs wählen können, ohne dass das die Förderung beeinflusst. Ob ein Paris-Aligned Benchmark ETF oder ein klassischer MSCI World – förderungstechnisch dürfte das egal sein.

Zur Performance-Frage: Historisch war der MSCI World SRI dem Standard-Index in manchen Perioden überlegen, in anderen leicht schwächer. Der Unterschied ist über lange Zeiträume meist gering, aber der SRI hat natürlich weniger Diversifikation durch den Ausschluss ganzer Sektoren. Das ist am Ende eine Wertentscheidung, die jeder selbst treffen muss.


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