Hallo zusammen,
ich sitze gerade mit einem Kaffee im Garten und versuche, meine To-do-Liste für den Sommer abzuarbeiten – und das Altersvorsorgedepot steht ganz oben drauf, bevor der Urlaub losgeht und ich wieder alles vor mir herschiebe.
Meine Frage dreht sich um die ETF-Auswahl: Ich bin nicht völlig unerfahren, habe ein normales ETF-Depot und bespare da schon ein paar Jahre lang einen MSCI World. Aber beim neuen Altersvorsorgedepot ab 2027 bin ich unsicher, ob ich wirklich selbst hand anlegen soll oder ob ein Robo-Advisor da nicht die bessere Wahl wäre.
Einerseits möchte ich die Kosten niedrig halten – und viele Robo-Advisor nehmen ja eine eigene Verwaltungsgebühr obendrauf. Andererseits frage ich mich, ob ich mit meinem Wissensstand wirklich die richtigen ETFs für einen 20-25-jährigen Anlagehorizont zusammenstelle. Ich weiß zum Beispiel noch nicht genau, welche ETF-Typen im Altersvorsorgedepot überhaupt zulässig sind und ob da bestimmte Anforderungen gelten.
Hat jemand von euch schon einen Überblick, was die Unterschiede in der Praxis sind? Und macht es Sinn, bei einem Robo-Advisor zu starten und später auf Selbstverwaltung umzusteigen – oder ist der Wechsel dann wieder mit Kosten oder Komplikationen verbunden?
Bin für jeden Erfahrungsbericht dankbar!
Viele Grüße,
Nadine
Hey Nadine,
die Frage hab ich mir selbst auch gestellt, und ich bin inzwischen ziemlich klar auf der Seite "selbst machen" – zumindest wenn man schon Erfahrung mit ETFs hat, was bei dir ja gegeben ist.
Das Kernproblem bei Robo-Advisorn ist genau das, was du schon ansprichst: Die ziehen eine Verwaltungsgebühr (oft 0,3–0,8% p.a.) obendrauf auf die ohnehin vorhandenen ETF-Kosten. Bei einem 20-Jahres-Horizont macht das im Zinseszinseffekt einen deutlich spürbaren Unterschied.
Zur Frage der zulässigen ETFs im Altersvorsorgedepot: Da hatte ich mich im Thread zu MiFID II schon mal eingelesen – MiFID II blockiert deutsche ETF-Auswahl - was bleibt uns 2027 übrig? – da wird ganz gut erklärt, welche ETFs grundsätzlich in Frage kommen. Kurz gesagt: Es müssen UCITS-konforme ETFs sein, also in der Regel in der EU aufgelegt. Das schränkt die Auswahl etwas ein, aber ein MSCI World-ETF als Kern ist problemlos möglich.
Zum Wechsel Robo → Selbstverwaltung: Das hängt stark vom Anbieter ab. Manche ermöglichen das intern ohne Depotübertrag, andere verlangen einen vollständigen Wechsel inklusive Verkauf und Neukauf – das kann steuerlich und kostenmäßig unschön werden. Ich würde eher direkt mit einem Anbieter starten, der beides erlaubt oder von Anfang an auf Selbstverwaltung setzen.
Mein Fazit: Wenn du schon weißt wie ein MSCI World funktioniert, brauchst du eigentlich keinen Robo. Ein breit gestreuter ETF-Mix reicht völlig – und du sparst dir die Extra-Kosten.