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ESG-Filter beim Altersvorsorgedepot – lohnt sich das wirklich?

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ETFSparplan47
Beiträge: 27
Themenstarter
(@etfsparplan47)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Wochen
[#22]

Hallo zusammen,

ich beschäftige mich gerade intensiver damit, wie ich mein gefördertes Depot ab 2027 aufstellen will – und bin dabei über die Frage nachhaltige ETFs gestolpert. Ich sparé schon ein paar Jahre in einen MSCI World ETF (normal, ohne ESG-Filter), aber für das neue Altersvorsorgedepot überlege ich, ob ich da bewusster vorgehen soll.

Mein konkretes Problem: Ich finde die Auswahl an nachhaltigen ETFs (MSCI World SRI, MSCI World ESG Screened, Paris-Aligned etc.) ziemlich unübersichtlich. Die Unterschiede zwischen den ganzen Filteransätzen versteh ich nur halb. Außerdem frage ich mich ehrlich gesagt, ob das langfristig auf 30 Jahre wirklich Sinn macht – oder ob ich da Rendite verschenke für ein gutes Gewissen.

Was mich konkret interessiert:
- Habt ihr schon Erfahrungen mit ESG/SRI-ETFs über längere Zeiträume?
- Gibt es Fallstricke, die man kennen sollte (Greenwashing, Tracking Error, Diversifikation)?
- Denkt ihr, die neuen Anbieter fürs Altersvorsorgedepot werden überhaupt eine vernünftige Auswahl nachhaltiger ETFs anbieten?

Bin gespannt auf eure Einschätzungen. Ist vielleicht auch ein Thema für den Urlaub – hab mir vorgenommen, die langen Fahrtzeiten Richtung Küste dieses Jahr sinnvoll zu nutzen 😄


Schlagwörter für Thema
4 Antworten
C.Hoffmann
Beiträge: 1
(@c-hoffmann)
New Member
Beigetreten: Vor 2 Wochen

Kurz und direkt: Historisch haben ESG-Screened-ETFs auf den MSCI World in den letzten 10 Jahren minimal schlechter oder ähnlich abgeschnitten wie der Standard-Index – je nach Zeitraum. Wer den SRI nimmt, hat stärkere Schwankungen durch die engere Auswahl. Für ein 30-Jahres-Depot ist das kein K.O.-Kriterium, aber man sollte es mit offenen Augen tun.


Antwort
Gerhard_1951
Beiträge: 53
(@gerhard_1951)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 4 Wochen

Das ist ein Thema, das mich auch beschäftigt – wenngleich aus einer anderen Perspektive als bei Ihnen. Ich bin schon im Rentenalter und habe mich damals noch mit ganz anderen Produkten herumgeschlagen, von ESG-ETFs war da keine Rede.

Was ich aber aus meiner Beobachtung der letzten Jahre sagen kann: Die Nachhaltigkeitsfilter unterscheiden sich tatsächlich erheblich. Ein SRI-Filter ist deutlich strenger als ein einfaches ESG-Screening. Das heißt, der SRI-ETF auf den MSCI World enthält erheblich weniger Unternehmen – das kann je nach Marktphase ein Vor- oder Nachteil sein. Bei Techgiganten wie Apple oder Microsoft zum Beispiel kommt es sehr auf die jeweilige Bewertungsmethode an, ob die drin sind oder rausfallen.

Ich habe im Thread Kann man mit 2027er Depot überhaupt noch aufholen bei hohen Lücken? schon erwähnt, dass gerade für Späteinsteiger jeder Basispunkt Rendite zählt – da würde ich bei ESG genau hinschauen, ob der TER und der Tracking Error stimmen. Für jüngere Sparer mit 30 Jahren Horizont kann das anders aussehen.


Antwort
Klaus-Hartmann
Beiträge: 8
(@klaus-hartmann)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Wochen

Hab mich mit dem Thema auch schon auseinandergesetzt, als ich überlegt hab wie ich meine erste ETF-Auswahl fürs 2027er Depot angehen will (hab das damals im Erste ETF-Auswahl nach Depoteröffnung 2027-Thread diskutiert).

Mein Fazit nach der Recherche: ESG ist nicht gleich ESG. Der MSCI World ESG Screened z.B. schließt nur die schlimmsten Branchen aus (Waffen, Tabak, Kohle) und ist sonst dem normalen MSCI World sehr ähnlich – Renditeunterschied war historisch marginal. Der SRI dagegen filtert viel aggressiver und hat dadurch stärkere Sektorwetten, oft mehr Richtung Technologie und Gesundheit.

Greenwashing ist ein reales Problem, aber bei großen Indexanbietern wie MSCI oder FTSE sind die Kriterien zumindest öffentlich nachvollziehbar. Was ich nicht weiß ist, ob die Depotanbieter 2027 da eine gute Auswahl hinbekommen – das ist sicher anbieterabhängig und wird sich erst zeigen.


Antwort
VorsorgeFuchs28
Beiträge: 30
(@vorsorgefuchs28)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Wochen

Ich seh das ehrlich gesagt skeptischer als die anderen hier. ESG klingt gut, aber Greenwashing ist kein Randproblem – selbst große Fondsgesellschaften haben da schon nachbessern müssen. Und die Diversifikation leidet halt bei strengen Filtern spürbar. Wenn du 30 Jahre anlegst, kann ein höherer Klumpen bei bestimmten Sektoren auch nach hinten losgehen.

Hab im Anfängerfehler-Thread schon drauf hingewiesen: Viele machen den Fehler, beim Start zu viele Kriterien gleichzeitig optimieren zu wollen. Erst Kosten checken, dann Strategie festlegen, dann Nachhaltigkeitspräferenzen. Nicht umgekehrt.

Mein Tipp: Schau dir den MSCI World ESG Screened an wenn dir Nachhaltigkeit wichtig ist. Der ist nah genug am normalen Index, dass du nicht viel Rendite opferst, und die Kosten sind inzwischen auch bei großen Anbietern konkurrenzfähig. Aber mach das zu einer bewussten Entscheidung, nicht weil's irgendwie besser klingt.


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