Hi Leute,
kurze Frage zur praktischen Umsetzung beim neuen Altersvorsorgedepot: Sollte ich die ETF-Auswahl selbst in die Hand nehmen oder lieber einen Robo-Advisor nutzen?
Habe bis jetzt noch nie selbst Aktien oder ETFs gekauft, kenne mich aber durchaus mit Zahlen aus (arbeite im Controlling). Meine Bedenken sind:
1) Zeitaufwand: Habe eigentlich keine Lust, mich ständig um Rebalancing zu kümmern oder Märkte zu verfolgen
2) Fehlerrisiko: Was wenn ich die falschen ETFs auswähle oder zu emotional reagiere?
3) Kosten: Robo-Advisor kosten ja auch extra, aber vielleicht spare ich mir dafür andere Fehler?
Andererseits denke ich mir: Für Altersvorsorge reicht doch ein simpler Weltaktien-ETF (MSCI World + Emerging Markets) und fertig? Ist das zu naiv gedacht?
Plane übrigens, ab 2027 mit ca. 300€/Monat zu starten. Bin jetzt 28 und will mir über den Sommer Gedanken machen, wie ich das angehe.
Wie macht ihr das oder wie plant ihr das? Würde mich über eure Erfahrungen freuen!
VG Stefan
Servus Stefan,
aus meiner Erfahrung heraus: Finger weg von den Robo-Advisors! Die kosten nur unnötig Geld und machen im Grunde das, was Sie auch selbst können.
Ein vernünftiger ETF-Sparplan auf den MSCI World ist für die Altersvorsorge vollkommen ausreichend. Habe das selbst 15 Jahre so gemacht, bevor es diese ganzen modernen Spielereien gab. Die Rendite war ordentlich.
Was das Rebalancing angeht: Bei einem ETF-Sparplan erledigt sich das von selbst, da Sie ja kontinuierlich nachkaufen. Bei den neuen Regelungen sollten Sie aber auf die steuerlichen Aspekte achten.
Meine Empfehlung: Sparen Sie sich die Robo-Advisor-Gebühren und investieren Sie diese lieber zusätzlich. Bei 40 Jahren Laufzeit macht das einen gewaltigen Unterschied!
Hi Stefan,
spannende Frage! Ich sehe das etwas differenzierter als die anderen.
Grundsätzlich hast du recht: Ein einfaches Portfolio aus 1-2 ETFs reicht für die Altersvorsorge völlig aus. Die Frage ist aber: Bleibst du dabei? Viele Leute fangen mit guten Vorsätzen an und geraten dann in Panik, wenn die Märkte mal 30% runterrasseln.
Robo-Advisor können da helfen, weil sie emotionale Entscheidungen verhindern. Die verkaufen nicht panisch und kaufen auch nicht euphorisch nach.
Da muss ich aber widersprechen, Lena: Die meisten guten Robo-Advisor kosten eher 0,3-0,5% all-in. Und sie machen deutlich mehr als nur stumpf nachkaufen - Risk Management, Tax-Loss Harvesting etc.
Mein Vorschlag: Starte erstmal selbst mit einem simplen 2-ETF Portfolio. Falls du merkst, dass dich die Schwankungen zu sehr stressen, kannst du immer noch wechseln.
Also ich plane definitiv den Robo-Advisor Weg! 😊
Bin auch Berufseinsteigerin und ehrlich gesagt hab ich null Bock auf das ganze Recherchieren und ständige Überlegen. Klar kostet das bisschen mehr, aber dafür kann ich mich auf meinen Job konzentrieren.
Die meisten Robo-Advisor machen auch nichts anderes als das was Werner schreibt - nur automatisch. Und sie passen die Gewichtung an dein Alter an, werden mit den Jahren konservativer usw.
Bei 300€/Monat sind die 0,7% auch nicht die Welt - das sind 25€ im Jahr am Anfang. Dafür dass ich mir null Gedanken machen muss, ist mir das wert.
Hi Stefan,
kann dich gut verstehen! Hatte am Anfang auch diese Zweifel. Inzwischen mache ich es selbst und bin froh darüber.
Deine Idee mit MSCI World + Emerging Markets ist überhaupt nicht naiv - das ist sogar sehr vernünftig! Viele Profis empfehlen genau das für langfristige Altersvorsorge. 70% World, 30% EM oder so ähnlich.
Rebalancing ist auch nicht so aufwendig wie gedacht. Einmal im Jahr schauen und eventuell nachkaufen - das war's. Bei den Gebühren solltest du aber genau hinschauen, manche Broker verlangen ordentlich für ETF-Sparpläne.
Robo-Advisor nehmen dir zwar Arbeit ab, aber kosten halt 0,5-1% extra pro Jahr. Bei 40 Jahren macht das richtig viel aus. Wenn du im Controlling arbeitest, trau ich dir zu, dass du das selbst hinkriegst!
Mein Tipp: Fang einfach an, du kannst ja später immer noch wechseln.