Hallo zusammen,
ich beschäftige mich seit ein paar Wochen intensiver mit dem Thema Altersvorsorgedepot und habe eine Frage, die mir bisher noch nirgendwo wirklich klar beantwortet wurde – nämlich die ganz praktische Seite bei der Steuererklärung.
Das Depot startet ja erst im Januar 2027, aber ich versuche mich jetzt schon im Sommer vorzubereiten, damit ich nicht im nächsten Jahr mit dem Finanzamt ins Schleudern komme. Meine konkrete Frage: Wo genau trage ich die Einzahlungen ins Altersvorsorgedepot in der Steuererklärung ein? Gibt es dafür eine eigene Anlage oder läuft das über die bereits bekannten Felder für Vorsorgeaufwendungen?
Ich frage das auch deshalb, weil ich gehört habe, dass der Sonderausgabenabzug für Berufseinsteiger besonders interessant sein soll. Was genau bedeutet das in der Praxis – zieht der Fiskus dann automatisch etwas zurück oder muss man das aktiv beantragen? Und wie ist das bei Leuten, die gerade erst ins Berufsleben einsteigen und vielleicht nur ein paar Monate des Jahres gearbeitet haben?
Ich bin kein Steuerexperte und habe bisher immer mit ELSTER gemacht, aber das reicht bei solchen neuen Sachen vielleicht nicht mehr aus. Wäre eine Steuerberatung für den Start sinnvoll oder übertreibe ich das?
Freue mich über jeden Hinweis – danke!
Ich seh das etwas anders als VorsorgeProfi47 oben – ich würde nicht unbedingt auf den Steuerberater verzichten, gerade wenn man frisch im Job ist. Klar, ELSTER wird das irgendwann abbilden, aber die Günstigerprüfung (Zulage vs. Steuerabzug) klingt einfacher als sie manchmal ist, vorallem wenn man nur einen Teil des Jahres gearbeitet hat oder das Einkommen schwankt.
Ich bin selbst noch nicht so lange dabei und hab mich schon gefragt ob ich bei sowas einfach zu vorsichtig bin – aber lieber einmal nachfragen als Geld verschenken oder einen Fehler machen der sich durch mehrere Jahre zieht.
Was ich aus meiner eigenen Recherche mitgenommen hab: Den Antrag auf Zulage muss man in der Regel beim Anbieter stellen (Dauerzulageantrag), das ist was anderes als die Steuererklärung. Beides greift ineinander aber es sind zwei separate Schritte. Das hab ich z.B. auch in diesem Thread zu Anfängerfehlern gelernt – lohnt sich zu lesen!
Gute Frage, und ich verstehe warum das verwirrend ist – die genauen Formulare für 2027 stehen ja noch nicht final fest, weil ELSTER und die Finanzverwaltung das erst anpassen müssen wenn das Gesetz greift. Was wir aber schon wissen: Es wird voraussichtlich eine eigene Anlage geben, ähnlich wie es früher die Anlage AV für Riester gab. Die Einzahlungen ins Altersvorsorgedepot sollen als Sonderausgaben abziehbar sein, bis zu einem jährlichen Höchstbetrag – der liegt nach aktuellem Stand bei 3.000 Euro pro Jahr (inklusive der staatlichen Grundzulage).
Zur zweiten Frage: Das läuft nicht automatisch. Du musst den Abzug aktiv in der Steuererklärung geltend machen. Der Anbieter schickt dir in der Regel eine Bescheinigung über deine Einzahlungen, die du dann beifügst oder die Daten per ELSTER einträgst.
Für Berufseinsteiger mit niedrigem Einkommen ist die Förderung übrigens oft sogar attraktiver über die Zulage als über den Steuerabzug – das wird automatisch geprüft, welches für dich günstiger ist (Günstigerprüfung).
Ich hatte ähnliche Grundsatzfragen schon hier im Thread zu Berechtigung und schwankendem Einkommen diskutiert – vielleicht hilft dir das auch weiter.
Ein Steuerberater für das erste Jahr schadet sicher nicht, aber ich würde erstmal abwarten wie ELSTER das ab 2027 umsetzt. Viele Dinge werden dort geführt sein.
Kurz gesagt: Einfach mal in Ruhe angehen. Die Formulare für 2027 gibt es noch gar nicht, also kannst du jetzt noch nix falsch machen. Wenn's so weit ist, hilft ELSTER mit Schritt-für-Schritt-Führung – das ist wirklich nicht so wild wie es klingt.