Hi zusammen, ich verfolge das neue Altersvorsorgedepot schon eine Weile aus meiner Perspektive im Finanzbereich und bin neugierig auf eure Einschätzung. Mit 15 Jahren Erfahrung sehe ich viele Berufseinsteiger, die ab Januar 2027 starten könnten – aber ich frag mich ehrlich: Macht es wirtschaftlich wirklich einen großen Unterschied, ob jemand mit 23 oder erst mit 28 anfängt? Die Grundzulage ist fix, die Förderung läuft über Jahrzehnte, aber gerade in den ersten 5 Jahren der Karriere sind Studienkredite, erste Miete, Auto – all das konkurriert um jeden Euro. Meine Frage: Wie sieht ihr das? Sollten Berufseinsteiger eher klein anfangen (z.B. 100€/Monat) um überhaupt zu starten, oder ist das zu wenig um den Verwaltungsaufwand zu rechtfertigen? Und: Gibt es konkrete Szenarien, wo es für junge Leute besser ist, erst 2-3 Jahre zu warten und dann größere Summen einzuzahlen? Kennt ihr realistische Fallbeispiele aus euren Netzwerken? Würde mich über Erfahrungen freuen.
Die beitragsproportionale Förderung beim AVD ist absolut interessant für junge Leute! Wenn ein 23-Jähriger mit 150€/Monat startet, bekommt er die volle Grundzulage – das sind 80€ geschenkt (vereinfacht). In fünf Jahren hat er 9.000€ + Förderung eingezahlt und der Zinseszins läuft. Ein 28-Jähriger verliert diese fünf Jahre nicht wieder. Für meine Enkel würd ich einfach sagen: Anfangen ist wichtiger als Perfektion.
Petra, aus meiner Steuerberatungspraxis kann ich dir sagen: Der echte Vorteil der Förderung ist, dass sie systematisch aufgebaut ist. Berufseinsteiger sollten wissen, dass die beitragsproportionale Unterstützung ihrer Sparquote entspricht – das belohnt auch kleine Anfänge. Das Splitting auf mehrere Anbieter (falls später relevant) ist auch schon ab kleinen Beträgen sinnvoll zu planen. Was ich Mandanten empfehle: Startet mit dem, was ihr liquide habt, und erhöht beim nächsten Gehalt- oder Bonussprung. Die Inflationsbeständigkeit von breit gestreuten ETFs macht auch kleine Summen langfristig wertvoll.
Gute Frage, Petra. Für meine Enkel interessiert mich das natürlich auch. Der Clou beim AVD 2027 ist ja, dass die ZfA die Verwaltung übernimmt – das war bei Riester immer ein Kostenfresser. Selbst kleine Beträge ab 50€/Monat könnten da sinnvoll sein. Für Berufseinsteiger: Je früher der Zinseszins arbeitet, desto besser. Fünf Jahre früher starten können über 40 Jahre echt relevant sein. Schau dir mal die ETF-Zulassungskriterien an – die sind ja klar definiert nach dem neuen Gesetzestext.
Kleiner Input: Bin seit Jahren in ETF-Sparplänen und sag dir, fünf Jahre Zinseszins-Unterschied sind kein Peanuts. Egal ob 100€ oder 300€ – der Zeitfaktor wiegt schwerer. Für Berufseinsteiger würde ich sogar sagen: besser jetzt 80€ anfangen als 2028 mit Bedauern 300€ starten wollen. Die Depotstruktur ist ja ab 2027 klar, da gibt es weniger Unsicherheit als früher.