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Depot parallel zur betrieblichen Altersvorsorge sinnvoll?

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Marc-Technik
Beiträge: 52
Themenstarter
(@marc-technik)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 5 Monaten
[#32]

Hallo zusammen,

ich stehe gerade vor einer Entscheidung und würde mich über eure Einschätzungen freuen. Ich arbeite seit einigen Jahren in einem mittelständischen Unternehmen und habe dort eine betriebliche Altersvorsorge über Direktversicherung laufen – aktuell zahle ich monatlich einen festen Betrag per Entgeltumwandlung ein, der AG schießt den gesetzlich vorgeschriebenen Arbeitgeberzuschuss dazu.

Jetzt überlege ich, ob es ab 2027 zusätzlich sinnvoll wäre, ein gefördertes Altersvorsorgedepot zu eröffnen. Die Frage ist konkret: Überschneiden sich die Förderungen irgendwie, oder kannst du beides gleichzeitig voll ausschöpfen? Ich hab gelesen, dass der Förderrahmen beim neuen Depot bei 3.000 Euro pro Jahr liegt – aber interagiert das irgendwie mit dem bAV-Freibetrag?

Mein Hintergedanke: Die bAV läuft über eine klassische Versicherungslösung, die erfahrungsgemäß nicht besonders renditestark ist. Das Altersvorsorgedepot mit ETFs klingt da deutlich flexibler und transparenter. Aber ich will auch nicht zu viel auf einmal vom Netto abzwacken.

Hat jemand das schon durchgerechnet oder kennt sich mit der Kombination aus bAV + neuem Depot aus? Lohnt sich das überhaupt oder verzettelt man sich dann steuerlich?

Danke und einen kühlen Sommer euch allen 🙂

Marc


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4 Antworten
Markus F.
Beiträge: 35
(@depotdaddy42)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Jap, das ist kein Entweder-oder. Hab mich da auch schon reingelesen, weil ich selbst schaue wie ich mein Portfolio inflationsresistenter aufstelle – dazu passend übrigens mein Post hier: Inflationsrisiko konkret berechnen.

Die bAV hat den Nachteil, dass sie in der Auszahlungsphase voll der Kranken- und Pflegeversicherung unterliegt, wenn du gesetzlich versichert bist. Das wird bei der Gegenrechnung oft unterschätzt. Das Altersvorsorgedepot hat da möglicherweise andere Regeln – solltest du mal im Detail prüfen. Kurzum: Ja, parallel sinnvoll, aber den KV-Aspekt bitte auf dem Schirm behalten.


Antwort
Andreas-Richter
Beiträge: 28
(@andreas-richter)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Ich seh das grundsätzlich positiv, aber möchte einen kleinen Dämpfer einbauen: Die Kombination klingt auf dem Papier gut, kann aber in der Praxis dazu führen, dass man sich in zwei Systemen verzettelt, die komplett unterschiedliche Logiken haben – bAV mit Arbeitgeberbindung, Unverfallbarkeitsfristen usw., und das Depot als individuell verwaltetes Instrument.

Wer das wirklich optimieren will, sollte einmal alles auf einen Tisch legen: Wie hoch ist der effektive Nettovorteil der Entgeltumwandlung nach KV-Abzug in der Rente? Was bleibt beim Depot nach Kapitalertragsteuer? Das ist kein Hexenwerk, aber man braucht konkrete Zahlen statt Bauchgefühl.

Für ETF-Strategie im Depot selbst hab ich mich zuletzt mit Sektor-ETFs beschäftigt – interessant für Beimischung, aber das ist ein anderes Thema: Sektor-ETFs im Altersdepot. Grundsätzlich: parallel ja, aber bitte mit Kalkulation.


Antwort
Sabine B.
Beiträge: 29
(@s-brinkmann)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

kurze Gegenfrage: hast du eigentlich geschaut ob dein AG bei der bAV mehr als den Pflichtanteil drauflegt? Wenn ja, solltest du das auf keinen Fall liegen lassen, das ist quasi kostenloses Geld. Dann erst schauen, was netto noch für das Depot übrig bleibt. In der Ferienzeit sitz ich gerade mit nem Bier auf dem Balkon und überlege das bei mir auch gerade 😄 Aber im Ernst – parallel ist meiner Meinung nach ne gute Idee, solange man sich nicht übernimmt.


Antwort
L.Weber
Beiträge: 37
(@l-weber)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 5 Monaten

Hallo Marc,

grundsätzlich sind bAV und das neue Altersvorsorgedepot steuerlich voneinander getrennte Töpfe. Die Entgeltumwandlung in die Direktversicherung läuft über §3 Nr. 63 EStG, der Förderrahmen beim Altersvorsorgedepot ist davon unabhängig. Du kannst also beides parallel nutzen, ohne dass sich die Freibeträge gegenseitig kürzen – zumindest nach dem, was ich bisher zu dem Reformgesetz verstanden habe.

Ich hab mich zu dem Thema schon in ein paar anderen Threads hier umgeschaut, z.B. beim Thema Minijob und Elterngeld – hab ich überhaupt Anspruch aufs Depot? – da wurde auch über Fördervoraussetzungen diskutiert, ist vielleicht ergänzend interessant.

Dein Bauchgefühl mit der Rendite der Direktversicherung teile ich übrigens. Versicherungsmäntel fressen oft Kosten, die man bei einem ETF-Depot nicht hätte. Kombinieren macht in meinen Augen Sinn – solange du den Gesamtbetrag im Blick behältst, den du monatlich netto entbehren kannst.


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