Hallo zusammen,
ich bin 28 und versuche gerade, mich wirklich ernsthaft mit dem neuen Altersvorsorgedepot ab 2027 auseinanderzusetzen. Ich lese mich seit Wochen durch Gesetzestexte, Forumsthreads und Erklärvideos, aber zwei Punkte machen mir immer noch echte Kopfschmerzen.
Erster Punkt: die nachgelagerte Besteuerung. Ich verstehe das Grundprinzip – man zahlt jetzt steuerbegünstigt ein und versteuert die Auszahlungen später im Rentenalter. Aber was bedeutet das konkret für mich als junge Person, die jetzt vielleicht noch gar keinen hohen Steuersatz hat? Lohnt sich der Aufschub dann überhaupt, wenn mein Steuersatz im Alter womöglich gar nicht so viel niedriger ist?
Zweiter Punkt: die Effektivkosten. Ich habe das Gefühl, dass beim Vergleich von Anbietern immer nur die Grundgebühren genannt werden, aber wenn ich ins Kleingedruckte schaue, tauchen plötzlich Transaktionskosten, Ausgabeaufschläge oder Spreads auf. Wie findet ihr heraus, was das Ganze am Ende wirklich kostet? Gibt es da eine Art Checkliste oder eine verlässliche Kennzahl, auf die ich achten sollte?
Ich würde mich über konkrete Erfahrungen sehr freuen, auch wenn jemand sagt, dass ich da vielleicht zu viel reininterpretiere. Ich will das einfach richtig angehen und keine bösen Überraschungen erleben, wenn es 2027 losgeht.
Danke!
Hi Laura,
zu deiner ersten Frage kann ich ein bisschen was sagen. Die nachgelagerte Besteuerung macht vor allem dann Sinn, wenn dein Steuersatz im Rentenalter tatsächlich niedriger ist als jetzt – das ist aber nicht automatisch garantiert. Mit 28 und steigender Karriere kann der Unterschied am Ende geringer ausfallen als gedacht. Ich würde das ehrlich gesagt nicht als den einzigen Vorteil sehen. Der eigentliche Hebel ist oft die staatliche Förderung, gerade wenn Kinder im Spiel sind – da sieht die Rechnung schon anders aus. Ich hab das für mich in einem anderen Thread schon mal durchdacht, Freiberufler und Altersvorsorgedepot 2027: Wo fange ich an?, auch wenn das eine andere Ausgangslage war.
Zu den Effektivkosten: Ich schaue immer auf die sogenannte Gesamtkostenquote (TER) beim ETF selbst plus die Depotkosten des Anbieters. Transaktionskosten kommen noch obendrauf, die werden oft klein geschrieben. Eine wirkliche Standardcheckliste kenne ich nicht, aber ich würde einfach konservativ rechnen und alles addieren, was einmal im Jahr anfällt.
Die Frage zur nachgelagerten Besteuerung ist eigentlich recht simpel: Wenn du im Alter weniger versteuerbares Einkommen hast als heute, profitierst du. Ob das bei dir so kommt, weiß natürlich keiner. Ich pers. finde die Kostenfrage wichtiger – da schleichen sich gern mal 0,3–0,5% p.a. ein, die man auf 30–40 Jahre hochrechnen muss. Das frisst ordentlich Rendite.