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Renditerechner fürs AVD 2027: Inflation und Zinsen korrekt einbauen?

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M.Steinbach
Beiträge: 35
Themenstarter
(@m-steinbach)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten
[#224]

Hallo zusammen,

ich beschäftige mich gerade intensiver damit, wie ich die Planung für das Altersvorsorgedepot ab 2027 möglichst sauber aufsetzen kann – und bin dabei auf ein Problem gestoßen, das mich als Entwickler eigentlich nerven sollte, aber nicht loslässt.

Die meisten Vorsorgerechner, die ich bisher getestet habe (von Bankseiten, aber auch Open-Source-Tools auf GitHub), rechnen mit einer statischen Renditeerwartung – meistens irgendwas zwischen 4 und 7 % p.a., fertig. Was komplett ignoriert wird: Inflation und die Zinsentwicklung der nächsten Dekade. Gerade bei einem Produkt wie dem AVD 2027, das auf 20-30 Jahre ausgelegt ist, finde ich das ehrlich gesagt zu grob.

Meine konkrete Frage: Gibt es Tools oder Berechnungsansätze, die realistische Inflationsszenarien einbeziehen? Also z.B. verschiedene Inflationspfade simulieren oder zumindest mit einem realen vs. nominalem Renditevergleich arbeiten? Ich habe bisher nichts gefunden, das das AVD-spezifisch mit der Zulagenlogik kombiniert.

Ein weiterer Punkt: Wie soll ich die beitragsproportionale Förderung in Realrendite-Berechnungen korrekt einbauen? Die Zulage ist ja nominal fix, verliert bei höherer Inflation real an Wert – das ist ein Aspekt, der mir in keinem Rechner aufgefallen ist.

Bin gespannt ob jemand hier eigene Berechnungsmodelle nutzt oder gute Tools kennt, die über den Standard-Sparplanrechner hinausgehen.


4 Antworten
S.Weber82
Beiträge: 36
(@s-weber82)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Interessante Frage. Ich hab mich beim Thema Effektivkosten schon intensiver damit beschäftigt (z.B. Standarddepot-Vergleich 2027: Welche News zur Effektivkostengrenze gibts?), aber bei Inflationsszenarien in Rechnern stoß ich bisher auch an Grenzen.

Was ich mache: Ich rechne manuell mit zwei Szenarien – einmal nominal mit 5 % Rendite, einmal real mit 2,5 % (also grob 5 % minus geschätzte Inflation). Das ist natürlich sehr vereinfacht, gibt aber zumindest ein Gefühl für den Unterschied. Für die Zulagenlogik zieh ich die jährliche Grundzulage einfach als festen Betrag vom Eigenbeitrag ab und rechne dann mit dem Netto-Eigenbeitrag weiter.

Dein Punkt mit der nominal fixen Zulage, die real an Wert verliert – den finde ich tatsächlich sehr relevant und hab ihn bisher auch nicht gesehen in den Standard-Tools. Das wäre ein echtes Argument für einen eigenen Rechner. Hast du schon was in Excel oder Python gebastelt? Würd mich interessieren.


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Walter S.
Beiträge: 37
(@walterschmidt)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Ich muss ehrlich sagen, das geht mir als Pensionär etwas über den Kopf mit den ganzen Szenarien und Inflationspfaden. Ich schau beim AVD 2027 vor allem, dass meine Enkel die Förderung auch wirklich vollständig kriegen – die Rechenmodelle überlasse ich lieber jüngeren Leuten wie euch. Was ich aber sagen kann: Selbst einfache Rechner sollten wenigstens einen Kaufkraftverlust-Hinweis einbauen, das fehlt fast überall.


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Gerhard_1951
Beiträge: 71
(@gerhard_1951)
Estimable Member
Beigetreten: Vor 5 Monaten

Bin da ganz bei Markus B. – die echten Förder-Rechner fehlen einfach noch. Ich hab selbst schon gesucht, welche Apps die Langzeitrendite vernünftig darstellen (hab dazu auch schonmal was geschrieben: Langzeit-Renditekurve im Depot-Tracker – welche App zeigt das sauber?), aber Inflationsbereinigung sucht man da meistens vergebens.

Für meine Enkel-Planung arbeite ich deshalb mit einem einfachen Faustansatz: nominale Renditeerwartung minus 2 % für Inflation, das als Realrendite nehmen und damit rechnen. Ist nicht perfekt, aber besser als gar nichts. Ob irgendwann ein Anbieter so eine differenzierte Simulation für das AVD 2027 anbieten wird – ich bezweifel es ehrlich gesagt, die meisten halten das für zu komplex für die Zielgruppe.


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Markus B.
Beiträge: 28
(@kinderzulagepro7)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Das deckt sich mit meinen Beobachtungen. Ich hab mich ja intensiv mit der Kombination aus beitragsproportionaler Förderung und Kinderzulage auseinandergesetzt – und auch da ist der Inflationsaspekt völlig außen vor in den Rechnern. Ich hab dazu mal einen Thread gestartet: Kinderzulage + beitragsproportionale Förderung: Wie rechnet die ZfA das genau?

Dein Punkt mit der real sinkenden Zulagenwirkung bei höherer Inflation ist wirklich ein blinder Fleck. Ich hab das für meine Familienplanung bisher so gelöst: Ich rechne die Zulage als fixen Euro-Betrag und lasse ihn im Realwert-Szenario mit der Inflation abdiskontieren – also jedes Jahr um geschätzte 2,5 % weniger wert. Macht man das über 25 Jahre, ist der Unterschied zur Nominalrechnung schon merklich.

Für komplexere Szenarien nutze ich ein selbst gebautes Google-Sheets-Modell, kein fertiges Tool bisher. Wenn du sowas als App oder Open-Source baust, hätte ich Interesse an einem Blick drauf.


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