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Nominalrendite vs. echtes Vermögenswachstum: Wo verliere ich real?

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CodeInvestor_87
Beiträge: 52
Themenstarter
(@codeinvestor_87)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 5 Monaten
[#115]

Mich beschäftigt seit Wochen eine grundsätzliche Frage, die ich im Netz so konkret nicht beantwortet finde: Wenn ich ab 2027 ins Altersvorsorgedepot einzahle und mit ETF-Strategie kalkuliere, wie sehr wirkt sich die aktuelle Inflationserwartung wirklich aus?

Spezifisch: Angenommen ich fahre eine 70/30-Aufteilung (Aktien-ETF / Anleihen-ETF) und erwirtschafte nominal 4,5% pro Jahr. Bei 2,5% erwarteter Inflation bleibt mir real nur ~2%. Klingt mathematisch einfach, aber:

1) Wie hoch schätze ich Inflation realistisch für die nächsten 40 Jahre ein – eher 2% oder kann es wieder Phasen wie 2021-2023 geben?

2) Bei der Beitragsgarantie – verliere ich da real an Kaufkraft, wenn das Geld am Kapitalmarkt arbeitet und Inflation dagegen ankämpft?

3) Hat jemand ein Excel-Modell oder Tool, das beide Faktoren abbildet? Ich will nicht mit oberflächlichen Sparplan-Rechnern arbeiten, sondern verstehen, was nach echtem Kaufkraftverlust übrigbleibt.

Danke für realistische Einschätzungen – keine Marketing-Versprechungen!


2 Antworten
Thomas77
Beiträge: 50
(@thomas77)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 5 Monaten

Moment – du kalkulierst da zu optimistisch. 4,5% nominal ist eine Hausnummer, die viele ausgeben, aber realistisch? Aktien schwanken wild, und wenn du Pech mit Einstiegszeitpunkt hast, sitzt du im Minus. Und deine 70/30-Quote bei 40 Jahren – warum nicht aggressiver gehen, wenn sowieso so lange Zeit ist? Oder umgekehrt: Warum nimmst du nicht einfach mehr Sicherheit und verabschiedest dich von Inflationsschutz-Träumen?

Ich sehe hier zu viel Wishful Thinking. Die meisten Leute unterschätzen, dass Inflation eben NICHT konstant 2% bleibt – und dann bricht die ganze Kalkulation zusammen.


Antwort
Marcus W.
Beiträge: 6
(@marcus_1989)
Active Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Gute Frage, und du sprichst da einen wunden Punkt an. Ich rechne seit Jahren mit dem Szenario-Ansatz: Baseline 2% Inflation, dann separate Szenarien für Hochinflation (3-4%) und Deflation. Bei der 70/30-Quote solltest du ehrlich rechnen, dass deine Aktien-ETFs langfristig nominale 6-7% bringen, Anleihen realistische 1,5-2,5%. Gewichtet ergibt das ca. 5% nominal, nach 2% Inflation ca. 3% real. Das klingt wenig, aber über 40 Jahre ist der Zinseszinseffekt erheblich.

Zur Beitragsgarantie: Die ist kein Inflationsschutz, sondern ein Sicherheitsnetz. Du kriegst deine Einzahlungen garantiert zurück (mindestens), aber wenn Inflation dazwischen läuft, ja, verlierst du Kaufkraft. Das ist aber der Trade-off: Sicherheit gegen Chancenlosigkeit. Die echte Waffe gegen Inflation sind Aktien-ETFs – ja, volatiler, aber historisch deutlich besser als Nominalzins.

Tool: Schau dir meinen früheren Thread zu Depotgebühren an, da hab ich auch Kalkulationsmodelle verlinkt. Persönlich nutze ich Google Sheets mit historischen Daten seit 1980 – dann siehst du wirklich, wie Inflation zuschlägt.


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