Hallo zusammen,
als ich mich durch die verschiedenen ETF-Optionen für mein Altersvorsorgedepot ab 2027 durchgearbeitet habe, bin ich auf ein systematisches Problem gestoßen: Viele der besten globalen ETFs sind in Dollar notiert oder haben erhebliche US-Anteile. Jetzt frag ich mich:
Wie kalkuliert ihr das Währungsrisiko konkret in eure 40-Jahres-Planung ein? Wenn der Euro gegenüber dem Dollar schwächer wird, gewinne ich zwar nominal in Dollar, aber kaufe mir am Ende weniger Rentendinge dafür. Umgekehrt: Starker Euro = Rendite aufgebraucht.
Meine bisherige Analyse zeigt, dass z.B. ungehedgte MSCI World-ETFs historisch gut funktioniert haben, aber die Volatilität durch Währung auch deutlich höher ist als reine Euro-Produkte. Beim AVD mit Beitragsgarantie – macht Hedging Sinn, oder wird das durch die Gebührenstruktur aufgefressen?
Wie berücksichtigt ihr das in eurer Kostenanalyse zwischen Standard- und Vorsorgedepot?
Danke für konkrete Erfahrungen!
Gute Frage, Marco. Ich hab das ähnlich systematisch angegangen und bin zu folgendem Modell gekommen:
Bei 40 Jahren ist Währungsrisiko eher ein Rauschfaktor als Trend – langfristig gleichen sich USD/EUR-Schwankungen statistisch aus, solange beide Zentralbanken inflationär handeln. Das heißt, ungehedgte MSCI World machen für mich Sinn.
Wo es kritisch wird: Die Gebührendifferenz zwischen ungehegdtem und gehegdtem ETF liegt oft bei 10-15 Basispunkten. Bei 40 Jahren und Zinseszins ist das erheblich. Meine Kalkulation: Ungehedgt kostet mich maybe 2-3% effektive Rendite durch Volatilität, aber Hedging kostet Jahr für Jahr messbar. Ungehedgt gewinnt.
Im AVD mit Garantiekomponente würde ich aber eher konservativ mischen – z.B. 60% Euro-Anleihenstrategie, 40% ungehedgte Equity-ETFs. Da puffert die Anleihenquote die Währungsschwankungen ab. Schau dir mal die Seite mit Nominalrendite vs. echtem Wachstum an – hab dort schon ähnliche Szenarien durchgerechnet.
Marco, für mich als Geringverdiener ist das ehrlich gesagt sekundär – ich profitiere stärker von der Grundzulage prozentual als von Renditeoptimierungen. Aber: Meine Frau hat mir geraten, auf Euro-fokussierte Strategien zu gehen, weil wir eh hauptsächlich in Deutschland leben und ausgeben. USD-Gewinne sind nur Buchgewinne wenn ich altersgerecht wieder in Euro konvertiere.
Die neuen Möglichkeiten im AVD machen mir mehr Hoffnung als Currency-Tüfteln. Wie war das noch mit den Transparenzanforderungen beim AVD – wird da besser sichtbar, was an Währungskosten anfällt?