Hallo zusammen,
ich beschäftige mich seit einiger Zeit intensiv mit nachhaltigen ETFs für unser Altersvorsorgedepot 2027. Als Vater von drei Kindern ist mir das Thema Nachhaltigkeit sehr wichtig und ich möchte mit der Geldanlage auch ein Zeichen setzen.
Was mir bei der Analyse verschiedener ESG-ETFs aufgefallen ist: Viele haben einen extrem hohen Tech-Anteil (Microsoft, Apple, Google etc.). Der MSCI World ESG Screened hat teilweise über 25% in Tech, beim normalen MSCI World sind es "nur" etwa 22%. Das liegt wohl daran, dass Tech-Unternehmen oft bessere ESG-Ratings haben als klassische Industrie oder Energie.
Einerseits finde ich das bedenklich - so eine Klumpenrisiko-Bildung kann nicht gut sein für die nächsten 30 Jahre Ansparzeit. Andererseits sind diese Unternehmen ja nicht umsonst dort drin.
Bei der aktuellen Hitze hier in Bayern denk ich auch über Klimawandel nach - vielleicht sind Tech-Firmen ja wirklich die Zukunft und traditionelle Industrien werden abgehängt?
Wie seht ihr das? Nimmt ihr die Sektorverzerrung in Kauf oder mischt ihr bewusst andere ETFs bei? Hat jemand Erfahrungen mit ESG-ETFs, die weniger tech-lastig sind?
Kann ich gut nachvollziehen, das Tech-Thema beschäftigt mich auch. Nach meiner langen Vorsorge-Pause schaue ich mir gerade alles nochmal neu an und bin überrascht, wie tech-lastig selbst die "diversifizierten" ESG-ETFs geworden sind.
Aus meiner Sicht ist das schon ein Problem für 30+ Jahre Ansparzeit. Wer weiß schon, ob die Tech-Giganten in 20 Jahren noch so dominieren? Erinnert mich ein bisschen an die Dotcom-Zeit, als auch jeder dachte Tech ist unschlagbar.
Ich überlege deshalb, einen kleineren ESG-Anteil zu nehmen und den Rest auf einen normalen World-ETF zu setzen. Oder alternativ gezielt nach ESG-ETFs zu suchen, die Equal-Weight machen statt nach Marktkapitalisierung gewichten. Da ist die Sektorverteilung meist ausgewogener.
Bei meinem alten Riester war die Diversifikation auch mies (hauptsächlich deutsche Aktien), das will ich diesmal besser machen. Vielleicht ist ein Mix aus 60% Standard-ETF und 40% ESG ein guter Kompromiss zwischen Nachhaltigkeit und vernünftiger Streuung?