Hallo zusammen, ich bin Anfang 30 und will ab 2027 richtig mit dem Altersvorsorgedepot starten – besonders wegen des Berufseinsteigerbonus. Das ist eine einmalige Chance, die ich nicht verpassen möchte.
Jetzt bin ich beim Recherchieren auf die Frage gestoßen: In den letzten Jahren waren die Zinsen ja praktisch im Keller. Jetzt ist es Sommer 2026 und die Zinsen sind wieder gestiegen. Überall liest man, dass Anleihen-ETFs jetzt interessanter werden. Aber meine Frage ist eher die Gegenfrage: Macht es für mich als Berufsanfänger mit 40+ Jahren bis Rente überhaupt Sinn, Anleihen ins Depot zu nehmen? Oder sollte ich lieber auf Aktien-ETFs setzen und die staatliche Förderung maximal nutzen?
Ich möchte das pragmatisch angehen – weder zu riskant noch zu konservativ. Mein Job läuft stabil, ich kann regelmäßig sparen. Aber ich möchte auch nicht ständig vor meinem Depot sitzen. Wie würdet ihr das strategisch angehen? Gibt es einen sinnvollen Anleihen-Anteil, oder ist das bei meinem Horizont eher Ballast?
Markus, gute Frage. Ich teste gerade verschiedene Standard-Depot-Optionen und habe mir da auch Rechner angeschaut. Die Realrendite ist entscheidend – und die kriegst du mit reinen Anleihen bei heutigem Inflationsniveau einfach nicht. Deine Kaufkraft frisst dir die Inflation auf. Für einen 30-Jährigen mit stabilem Job würde ich ehrlich sagen: Maximal 5-10% Anleihen, eher aus taktischen Gründen bei der Umschichtung. Der Rest sollte flexibel und aktienorientiert sein. Die Förderung lohnt sich nur, wenn du damit real mehr herauskristallisierst.
Das ist eine gute Frage, Markus. Ich bin ja selbst gerade beim Thema Wechsel von meinem alten Riester-Vertrag – und da stelle ich mir ähnliche Fragen. Bei deinem Zeithorizont würde ich persönlich sagen: Ein reiner Anleihen-Anteil ist wahrscheinlich zu defensiv. Aber völlig ohne wäre auch falsch. Vielleicht 10-15% als Stabilisator, der Rest eher breit gestreute Aktien-ETFs. So hast du etwas Ballast, wenn's mal turbulent wird, verschenkst aber nicht deine jungen Jahre für höhere Renditen. Die Zinsen sind zwar gestiegen, aber für 40 Jahre Sparplan ist das eher eine Rauschwert-Debatte.
Hab mich da auch lange mit rumgeschlagen, als ich überlegt hab, wie ich meine Vorsorgelücke nach meiner Auszeit füll. Anleihen jetzt – das ist ne zeitliche Sache. Ja, die Zinsen sind hochgegangen. Aber du bindest Geld in was, das dir in 30-40 Jahren vielleicht weniger wert ist, als wenn es in breit gestreuten Welt-ETFs sitzt. Ich würde mir Sparplan-Rechner anschaun und verschiedene Szenarien durchspielen – 100% Aktien vs. 80/20 vs. 70/30. Das zeigt dir dann selber, wie gering der Unterschied is bei deinem Alter.