Moin zusammen,
nach einigen Wochen intensiver Recherche stehe ich immer noch vor ein paar offenen Fragen, die ich gerne systematisch klären möchte – vielleicht hat jemand hier ähnliche Erfahrungen gemacht.
Ich bin seit ca. 4 Jahren als selbständiger IT-Freelancer tätig, arbeite hauptsächlich über Rahmenverträge mit verschiedenen Kunden, bin also klassischer Einzelunternehmer ohne Rentenversicherungspflicht. Genau da hakt es bei mir:
**Förderberechtigung:** Soweit ich das AltZertG verstehe, setzt die staatliche Förderung voraus, dass man zum förderberechtigten Personenkreis gehört. Wie ist das bei Freelancern geregelt, die freiwillig in die gesetzliche RV einzahlen vs. solche, die das nicht tun? Ich zahle aktuell nicht freiwillig ein.
**Diversifikation im Depot:** Falls ich förderberechtigt bin – ich plane eine Core-Satellite-Strategie mit einem globalen All-World ETF als Kern (~70%) und Small Cap / EM Value als Satelliten. Ist das aus eurer Sicht im Rahmen der zulässigen Anlageprodukte machbar? Wichtig für mich: kein Home Bias, echte geografische Streuung.
**Timing:** Ich fange jetzt im Sommer schon an, alles aufzusetzen, damit ich ab Januar 2027 sofort loslegen kann. Macht das aus strategischer Sicht Sinn oder übertreibe ich?
Würde mich über konkrete Einschätzungen freuen, gerne auch kritische.
Gute Frage, ich frag mich das mit der Förderberechtigung auch die ganze Zeit. Ich hatte das Thema schon mal am Rande angeschnitten in nem Thread zur steuerlichen Förderung 2026, aber da ging's eher um Angestellte.
Was ich bisher verstanden hab: der Förderberechtigtenkreis orientiert sich stark an der Zugehörigkeit zur gesetzlichen Rentenversicherung – also entweder Pflichtversicherte oder freiwillig Versicherte. Wer da komplett rausfällt, hat laut meinem Verständnis auch keinen Zugang zur staatlichen Zulage. Aber ich bin 26 und kein Steuerprofi, also mit Vorsicht zu genießen.
Die Core-Satellite-Strategie klingt für mich ehrlich gesagt ziemlich komplex – ich selbst steh noch ganz am Anfang und versuch grad erstmal zu kapieren, was 'beitragsproportional' überhaupt heißt. Falls jemand das mal in einfachen Worten erklären kann, wär ich auch sehr dankbar.
Zur Freelancer-Förderberechtigung: Meiner Recherche nach ist der Knackpunkt tatsächlich die Zugehörigkeit zur gesetzlichen Rentenversicherung. Wer weder pflicht- noch freiwillig versichert ist, gehört nach aktuellem Stand nicht zum förderberechtigten Personenkreis nach dem neuen AltZertG. Das wäre für dich als Freelancer ohne freiwillige Einzahlung erstmal ein Problem.
Ob ein nachträglicher Beitritt zur freiwilligen RV sinnvoll ist, nur um die Depot-Förderung zu bekommen, muss man aber sorgfältig durchrechnen – die Beiträge und der Fördereffekt müssen in einem vernünftigen Verhältnis stehen.
Zur ETF-Strategie kann ich inhaltlich wenig sagen, das ist eher dein Gebiet. Was mich aber interessiert: Für meine Schwester, die gerade anfängt zu arbeiten, ist der Berufseinsteigerbonus relevant. Weißt du zufällig, ob der auch greift wenn man erst später im Jahr einsteigt oder ob das ans Kalenderjahr gebunden ist? Das wäre für ihre Planung ab 2027 wichtig.