ETF-Strategien im A...
 
Benachrichtigungen
Alles löschen

ETF-Strategien im Altersvorsorgedepot 2027 – was ist förderfähig?

7 Beiträge
7 Benutzer
0 Reactions
20 Ansichten
Marcus H.
Beiträge: 5
Themenstarter
(@marcusheld36)
Active Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten
[#62]

Hallo zusammen,

ich bin 34, arbeite als Softwareentwickler und versuche gerade, mich systematisch mit dem Geförderten Altersvorsorgedepot 2027 auseinanderzusetzen. Eigentlich bin ich es gewohnt, Dinge technisch zu durchdringen – aber bei diesem Thema stoße ich auf einige Punkte, wo mir konkrete Erfahrungswerte fehlen.

Mich treibt vor allem folgende Frage um: Welche ETF-Strategien sind im neuen Altersvorsorgedepot überhaupt förderberechtigt? Also konkret – darf ich einfach einen MSCI World besparen, oder gibt es Einschränkungen bei der Produktauswahl? Ich hatte gelesen, dass es bestimmte Anforderungen an die Kapitalanlage geben soll, bin aber nicht sicher, ob das nur für Garantieprodukte gilt oder auch für reine ETF-Depots.

Zweiter Punkt: die Effektivkosten. Ich habe bei klassischen Riester-Produkten gesehen, was da an versteckten Kosten drinsteckt – das war für mich immer ein klarer Ablehnungsgrund. Beim neuen Depot hoffe ich auf deutlich transparentere und günstigere Strukturen. Hat jemand schon konkrete Zahlen verglichen, z.B. Effektivkostenquoten im Vergleich zu alten Produkten?

Ich möchte das Depot langfristig mit einer einfachen, kostengünstigen ETF-Strategie bespielen – kein aktives Management, kein Schnickschnack. Ist das im neuen System überhaupt so unkompliziert möglich wie erhofft, oder lauern da noch Fallstricke?

Danke schon mal für eure Einschätzungen!


6 Antworten
Markus K.
Beiträge: 24
(@markusb-krieger)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Ich bin da etwas skeptischer als meine Vorredner. Die Hoffnung auf ein wirklich kostentransparentes System teile ich grundsätzlich – aber der Teufel steckt im Detail des AltZertG. Die Zertifizierungsanforderungen können dazu führen, dass Anbieter trotzdem Verwaltungsgebühren einbauen, die in der Effektivkostenquote nicht sofort sichtbar sind, weil die Pflicht zur Ausweisung noch nicht final geregelt ist.

Was mich konkret beschäftigt: Wenn ein Broker das Depot als Altersvorsorgeprodukt führt, entstehen dadurch Mehrkosten für die Verwaltung, Meldepflichten, Auszahlungsplanung usw. – irgendwo muss das eingepreist sein. Die Frage ist, ob das transparent passiert oder eben nicht.

Ein MSCI World ETF an sich ist natürlich förderfähig, daran zweifle ich nicht. Aber ob das Gesamtpaket wirklich günstiger wird als z.B. ein gut aufgestelltes normales Depot mit Steuerstundung – da bin ich noch nicht überzeugt. Habt ihr mal durchgerechnet, ab welcher Förderhöhe sich das wirklich rechnet?


Antwort
David K.
Beiträge: 33
(@datadave_1991)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Ich hab das für mich schon systematisch durchgerechnet, weil ich ähnlich an das Thema herangehe wie du. Paar Datenpunkte aus meiner Analyse:

ETF-seitig: Breite Aktien-ETFs (MSCI World, ACWI, auch Faktor-ETFs) sollten im neuen Depot grundsätzlich förderbar sein – es gibt keine Beschränkung auf bestimmte Indizes, solange der Rahmenvertrag stimmt. Anleihen-ETFs wären theoretisch auch möglich, macht für deinen Horizont aber kaum Sinn.

Effektivkosten: Ich hab für das Steuerstundungsartikel-Thema (steht bei mir im Thread zu Steuerabzug beim AVD vs. Rentenversicherung) schon Zahlen verglichen. Grob: ETF-Depot im AVD kann bei ca. 0,2-0,4% Gesamtkosten landen wenn der Anbieter günstig ist. Klassische Riester-Fonds-Police liegt eher bei 1,2-1,8%. Bei 30 Jahren Laufzeit und 3.000€ Jahresbeitrag macht das locker 30-40k Unterschied im Endwert.

Die einfachste Strategie – ein breit gestreuter All-World-ETF, jährliches Rebalancing wenn nötig – ist im neuen System absolut umsetzbar. Komplizierter muss es nicht sein.


Antwort
Werner K.
Beiträge: 30
(@werner-kstner)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Als jemand, der sich mit Garantieprodukten intensiv beschäftigt hat – ich hab dazu auch mal einen eigenen Thread gestartet: Garantieprodukte im Rentenalter: Sinn oder Kostenfalle beim AVD 2027? – kann ich sagen: für deine Situation würde ich ganz klar zum reinen ETF-Depot raten und Garantieprodukte weglassen.

Die Effektivkosten bei Garantieprodukten sind wirklich eine eigene Welt. Da geht viel Rendite für die Absicherung drauf, was in jungen Jahren schlicht verschwendet ist. Ein MSCI World oder ähnliches im geförderten Depot ohne Garantie ist langfristig klar überlegen.


Antwort
Werner-Hoffmann
Beiträge: 29
(@werner-hoffmann)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Ich kann aus Sicht eines leidenschaftlichen Beobachters der Kapitalmärkte ein bisschen ergänzen. Die Förderfähigkeit hängt meines Wissens nicht am konkreten ETF, sondern am Rahmenvertrag mit dem Anbieter. Sprich: Der Anbieter muss das Depot als zertifiziertes Altersvorsorgedepot führen, und dann kann innerhalb dieses Rahmens grundsätzlich in zugelassene Investmentfonds – also auch ETFs – investiert werden.

Was mich bei deiner Frage zu den Effektivkosten besonders interessiert: Der entscheidende Vergleichspunkt ist nicht nur die TER des ETFs selbst, sondern die Gesamtkosten inklusive Depotgebühren und Verwaltungskosten des Anbieters. Beim alten Riester-System waren diese Schichten oft kaum transparent ausgewiesen – das war strukturell problematisch.

Das neue System sollte laut den geplanten Regelungen transparentere Kostenangaben vorschreiben. Ich hatte dazu auch was im Thread zu Aktienanteil mit 50+ im Altersvorsorgedepot geschrieben – dort ging es zwar um Risikostruktur, aber die Kostenfrage hängt da immer mit drin. Für deine Situation mit 34 Jahren sehe ich das entspannt: langer Horizont, günstige ETFs, einfaches Rebalancing – das passt.


Antwort
Seite 1 / 2
Teilen: