Hallo zusammen,
ich beschäftige mich schon seit einiger Zeit intensiv mit dem neuen Altersvorsorgedepot, das ja ab 2027 starten soll. Ich bin jetzt seit ein paar Jahren kurz vor der Rente – naja, zumindest näher dran als früher – und möchte die verbleibende Zeit noch sinnvoll nutzen.
Nun habe ich im Juli eine Gehaltserhöhung bekommen, nicht riesig, aber spürbar. Jetzt frage ich mich ob es wirklich sinnvoll ist, die Sparrate für den ETF-Sparplan im Altersvorsorgedepot entsprechend anzuheben. Mein Gedanke: Wenn das Geld eh nicht in der Gehaltserhöhung "fehlt" weil man's nicht gewohnt ist, wäre es doch die perfekte Gelegenheit, es direkt in die Altersvorsorge zu stecken, bevor man sich an den höheren Lebensstandard gewöhnt.
Aber ich frage mich auch: Ab welchem Betrag lohnt sich das überhaupt? Gibt es irgendwelche Grenzen bei der Förderung die ich beachten sollte, wenn ich die Sparrate erhöhe? Und macht es eigentlich einen großen Unterschied ob man z.B. 50 Euro mehr im Monat einzahlt oder ob man das lieber als Einmalzahlung am Jahresende reingibt?
Käme mir komisch vor die Erhöhung einfach zu verkonsumieren wenn man eh noch Jahre bis zur Rente hat. Über eure Einschätzung würde ich mich freuen. Vielen Dank!
Was ich noch ergänzen wollte, weil das glaub ich noch nicht explizit genannt wurde:
Die Frage Monatsrate vs. Einmalzahlung am Jahresende hat auch einen ganz praktischen Aspekt den man nicht unterschätzen sollte. Bei einer monatliche Rate wird der Betrag automatisch investiert, du musst nichts aktiv tun. Bei einer Jahreseinmalzahlung musst du erstmal diszipliniert das Geld über das Jahr "aufsparen" und dann aktiv die Einzahlung tätigen.
Ich hab mich selbst mit dem Thema Einzahlungen und was danach passiert beschäftigt (hab dazu auch schonmal was im Forum gelesen, das war sehr hilfreich für mich) – und mein Eindruck ist: je automatisierter desto besser. Einmal einrichten und nicht mehr drüber nachdenken.
Für 50 Euro mehr im Monat wäre meine klare Empfehlung: direkt als monatliche Sparrate erhöhen. Der administrative Aufwand ist minimal und man hat es einfach erledigt. Was die Fördergrenzen angeht – Werner78 hat das oben schon gut erklärt, dem schließe ich mich an.
Ich bin da ehrlich gesagt etwas skeptisch was die Euphorie angeht. Natürlch ist Sparen gut, aber – und das frag ich mich bei so Diskussionen öfter – hat man wirklich schon alle laufenden Kosten und den Notgroschen im Griff bevor man die Altersvorsorge weiter hochschraubt?
Bei mir als Freiberufler ist das Thema Liquidität ohnehin anders als bei Angestellten, aber auch wer Angestellt ist sollte nicht einfach blind die Rate erhöhen ohne zu schauen ob genug Puffer da ist. Gerade im Sommer laufen ja oft auch unerwartete Ausgaben auf – Urlaub, vielleicht Reparaturen – da will man nicht knapses.
Ich würde sagen: Sparrate erhöhen JA, aber erst nach einem kurzen Kassensturz. Und dann wirklich dauerhaft erhöhen und nicht beim nächsten Engpass wieder runtersetzen, das kostet Fördereffizienz.