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Small Cap ETF als Beimischung – ab welchem Depotvolumen macht das Sinn?

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H.Bergmann
Beiträge: 63
Themenstarter
(@h-bergmann)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 5 Monaten
[#54]

Hallo zusammen,

nachdem ich mich jetzt schon eine Weile mit dem Altersvorsorgedepot 2027 beschäftige, bin ich auf eine Frage gestoßen, die mich immer wieder beschäftigt: Ab wann lohnt sich eigentlich eine gezielte Beimischung von Small Cap ETFs, und wie verhält sich das im Vergleich zu einem reinen Large Cap Ansatz?

Mein Gedankengang: Ich lese immer wieder, dass Small Caps langfristig eine Mehrrendite gegenüber Large Caps erbringen sollen – der sogenannte Size Premium. Gleichzeitig schwanken Small Caps deutlich stärker, gerade in Krisenzeiten. Im Altersvorsorgedepot, das ja auf sehr lange Laufzeiten ausgelegt ist, klingt das erstmal verlockend.

Aber meine konkreten Fragen:
- Macht eine Small Cap Beimischung überhaupt schon bei kleinen Sparbeträgen (z.B. 50–100€/Monat) Sinn, oder brauch ich dafür ein gewisses Mindestvolumen?
- Welchen Unterschied macht es, ob ich Small Cap Global oder nur Small Cap Europa/Developed nimmt?
- Wie hoch würdet ihr den Small Cap Anteil ansetzen – 10%, 20%, mehr?

Hintergrund: Ich starte erst 2027, hab also noch Zeit zum Überlegen, aber ich finde es sinnvoll sich jetzt schon eine Strategie zu überlegen. Über eure Erfahrungen und Einschätzungen würde ich mich sehr freuen!

Gruß, H.Bergmann


6 Antworten
Markus K.
Beiträge: 24
(@markusb-krieger)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Um die Frage etwas strukturierter anzugehen:

Der empirisch beobachtete Size Premium nach Fama/French liegt historisch bei etwa 1–2% p.a. gegenüber Large Caps, aber mit erheblicher Streuung. Wichtig zu verstehen: Dieser Effekt ist in neueren Zeitreihen (post-2000) deutlich schwächer dokumentiert als in älteren Daten. Das sollte man beim Planen einkalkulieren.

Zur Frage Small Cap Global vs. Developed: Ich würde Small Cap Developed (z.B. auf MSCI World Small Cap) einem reinen Emerging-Markets-freien Ansatz vorziehen, wenn man bereits Emerging Markets anderweitig abdeckt. Small Cap Emerging Markets kombiniert zwei Risikoprämien – das kann Sinn ergeben, erhöht aber die Volatilität nochmals spürbar.

Gewichtung: 15–20% Small Cap Beimischung zu einem Kern-ETF ist eine in der Literatur häufig diskutierte Bandbreite. Mehr als 25% würde ich ohne tiefere Überzeugung nicht empfehlen – dann kippt die Diversifikation eher Richtung Wette.

Für das Altersvorsorgedepot spezifisch: Die steuerliche Förderstruktur ändert nichts an der grundsätzlichen ETF-Logik, also kann man bestehende Erkenntnisse aus der regulären Geldanlage direkt übertragen.


Antwort
Markus B.
Beiträge: 24
(@markus79)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Guter Punkt von MarkusB.Krieger, aber ich würd noch ergänzen: Viele Leute unterschätzen wie sehr Small Caps in einem echten Crash einbrechen. 2020 im März sind die Small Cap Indizes teilweise 40–50% runter, Large Caps "nur" 30%. Wer dann nervös wird und umschichtet, macht genau den Fehler der den Size Premium wieder auffrisst.

Ich hab mich mit dem Kostenpunkt übrigens schon im Kosten-Thread geäußert – psychologische Kosten werden systematisch unterschätzt. Das gilt hier genauso. Also: Nur Small Caps beimischen wenn man wirklich sicher ist dass man das auch in roten Phasen durchhält.


Antwort
Helmut B.
Beiträge: 26
(@rentnerdepot62)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Guten Tag H.Bergmann,

die Frage nach dem Size Premium beschäftigt mich auch schon länger. Ich hab mich da in letzter Zeit ein bisschen eingelesen, auch im Zusammenhang mit der ETF-Auswahl für das neue Depot – ich hatte dazu ja auch schon im Thread zu thesaurierenden ETFs etwas geschrieben.

Meine Einschätzung nach meiner Lektüre: Der Size Premium ist historisch belegt, aber keineswegs zuverlässig über kürzere Zeiträume. Es gab ganze Jahrzehnte, in denen Large Caps deutlich besser performt haben. Wer also auf Small Caps setzt, braucht wirklich einen langen Atem – was das Altersvorsorgedepot prinzipiell bieten kann.

Zur Frage ab welchem Volumen: Ich würde sagen, bei 50€/Monat macht ein separater Small Cap ETF kaum Sinn, weil die Transaktionskosten und die Komplexität den möglichen Mehrwert auffressen. Erst ab vielleicht 150–200€ Monatsrate, oder wenn man einen vernünftigen Betrag angespart hat, würde ich das ernsthaft erwägen. Und dann eher 10–15% Beimischung, nicht mehr.


Antwort
L.Weber38
Beiträge: 49
(@l-weber38)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 5 Monaten

Kurze Ergänzung noch: Nicht vergessen dass manche Broker für das Altersvorsorgedepot 2027 möglicherweise nur eine begrenzte ETF-Auswahl anbieten werden, zumindest anfangs. Ob dein Wunsch-Small-Cap-ETF dann überhaupt verfügbar ist, weiß heute noch niemand genau. Ich würde die Strategie also flexibel halten und nicht zu sehr auf einen spezifischen ETF festlegen, bis klar ist was die Anbieter tatsächlich listen.


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