Moin zusammen,
ich bin freiberuflich tätig und arbeite projektbasiert – was bedeutet, dass meine Einnahmen stark schwanken können. Das Altersvorsorgedepot ab 2027 ist für mich absolut notwendig, aber ich frage mich, wie ich die Risiken sinnvoll strukturiere.
Mein Kernproblem: Wenn ich in mageren Jahren weniger einzahlen kann, verliere ich automatisch Förderung. Gleichzeitig kann ich nicht einfach wie ein angestellter Sparer mit gleichmäßigen Beiträgen planen. Und falls es wirtschaftlich eng wird, droht mir nicht nur ein Kursrückgang im Depot, sondern auch, dass ich überhaupt nicht sparen kann.
Ich überlege deshalb:
1. Brauche ich einen größeren Notfallfonds neben dem Depot, um nicht in Krisenjahren ins Depot greifen zu müssen?
2. Macht es Sinn, die Förderung zu maximieren in guten Jahren und in schlechten Jahren weniger zu machen – oder sollte ich versuchen, gleichmäßig zu zahlen?
3. Wie gehe ich mit dem psychologischen Risiko um, dass mein ganzes Alterskonzept an unregelmäßigen Einnahmen hängt?
Ich interessiere mich für evidenzbasierte Strategien, nicht für Wunschdenken. Wer hat praktische Erfahrung damit?
Rainer, gute Frage. Aus meiner Erfahrung mit Kostenstrukturen und Produktvergleichen: Das eigentliche Risiko ist nicht, dass du falsch anlegst, sondern dass du im Stressjahr hohe Gebühren zahlst für ein Depot, in das du gar nicht einzahlst. Achte also genau darauf, welcher Anbieter dir erlaubt, einfach zu pausieren ohne Strafgebühren. Sonst kostet dich die Struktur des Produkts selbst Geld in den Jahren, wo du ohnehin knapp bist.
Bin ehrlich gesagt noch selbst bei der ganzen Frage überfordert, aber dein Problem ist ja eigentlich nicht primär ein Fonds-Risiko, sondern ein Einkommensrisiko. Vielleicht sollte der Notfallfonds wirklich großzügiger sein als bei Arbeitnehmern? Ich bin 28, hab regelmäßiges Gehalt und kümmere mich gerade erst um ETF-Strategien – aber bei dir würde ich vielleicht erst mal die Einkommensseite stabilisieren, bevor ich zu aggressive Pläne im Depot fahre.
Ich sehe das Thema etwas anders: Die Förderung beim AVD 2027 ist da, unabhängig davon, ob dein Geschäft gut läuft. Was du vielleicht brauchst, ist nicht primär mehr Risikomanagement im Depot selbst, sondern ein smartes Liquiditätsmanagement rundherum. Ich beschäftige mich mit Kinderzulagen und ETF-Struktur, aber dein Punkt zur psychologischen Sicherheit finde ich wichtig – das ist oft unterschätzt. Hast du schon mit deinem Steuerberater darüber gesprochen, wie die Einzahlungen in schlechten Jahren bilanzieren?