Hallo zusammen,
ich bin seit über 15 Jahren am Kapitalmarkt aktiv und plane jetzt strukturiert für das neue Altersvorsorgedepot 2027. Eine Frage beschäftigt mich aber zunehmend: Macht es Sinn, neben den ETFs auch einen Tagesgeld-Anteil im Depot zu halten – als echten Verlustpuffer?
Mein Gedanke ist folgender: Bei der Inflation, die wir gerade sehen, verliert reines Tagesgeld real ja an Wert. Andererseits könnte ein kleinerer Puffer (sagen wir 10–15% der geplanten Depotgröße) psychologisch helfen, bei Marktcrashs nicht in Panik zu verkaufen und den Sparplan zu unterbrechen. Gerade bei längeren Baisse-Phasen könnte man dann aus dem Tagesgeld nachkaufen, statt auf neue Gehaltseinkünfte zu warten.
Frage ist: Ist das beim Altersvorsorgedepot 2027 überhaupt erlaubt bzw. sinnvoll? Wie rechnet sich das unter Berücksichtigung der Inflation langfristig? Und wie gehen andere damit um – habt ihr ein ähnliches Konstrukt auch in privaten Depots?
Für mich als jemand, der jetzt in die Auszahlungsphase schaut, ist das Tagesgeld im Altersdepot eher ein Transition-Gedanke. Sprich: In den letzten 5–10 Jahren vor Renteneintritt könnte es sinnvoll sein, schrittweise in Tagesgeld umzuschichten – aber nicht 30 Jahre lang. Was dich aber interessieren sollte: Die nachgelagerte Besteuerung rechnet sich bei Tagesgeld deutlich besser als bei ETF-Gewinnen, weil es keine Kursgewinne gibt. Das ist faktisch eine Art Steuervorteil für sehr konservative Anteile. Aber nochmal: Das rechtfertigt nicht, 15% über Jahrzehnte im Tagesgeld zu parken.
Ehrlich gesagt: Bei mir als Vollzeitbeschäftigten ist der Gedanke nicht relevant. Ich fahre die volle Aktienquote und nutze jeden Euro Grundzulage (360€) für ETF-Rente. Ein echten Notfallfonds halte ich privat separat. Das Depot ist für mich Renditemaximierung, nicht Sicherheitstheater – dafür gibt's ja meinen Arbeitgeber und meine private Reserve.