Grundfreibetrag und...
 
Benachrichtigungen
Alles löschen

Grundfreibetrag und AVD-Einzahlungen: Wann lohnt sich mehr einzahlen?

5 Beiträge
5 Benutzer
0 Reactions
15 Ansichten
TechMike_92
Beiträge: 42
Themenstarter
(@techmike_92)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 5 Monaten
[#60]

Hey Leute,

ich sitze hier im Homeoffice, draußen sind gefühlt 37 Grad und ich nutze die Ferienruhe um mich endlich mal in die Steuerseite des neuen Altersvorsorgedepots einzuarbeiten. Ich bin 34, festangestellt im IT-Bereich, unverheiratet, keine Kinder – also klassisch: kein Anspruch auf Grundzulage oder Kinderzulagen, nur der Steuervorteil durch den Sonderausgabenabzug bleibt mir.

Jetzt meine konkrete Frage: Gibt es eigentlich einen Rechner oder eine Formel, mit der ich ausrechnen kann, ab welchem Einzahlungsbetrag der Steuervorteil wirklich spürbar wird? Ich meine nicht nur "du sparst X% Steuern", sondern wirklich konkret: Bei meinem Grenzsteuersatz – sagen wir mal ~35% inkl. Soli – was bringt mir jeder weitere Euro Einzahlung ins AVD netto?

Ich hab in Excel schon was zusammengebaut, aber ich bin unsicher ob ich den Förderdeckel (ich meine, es gibt da eine jährliche Höchstgrenze?) richtig eingebaut habe. Macht es Sinn, einfach den vollen zulässigen Betrag einzuzahlen oder gibt es einen Punkt, ab dem der Grenznutzen abnimmt?

Falls jemand ein Tool kennt, das das transparent abbildet – oder selbst ne Formel gebaut hat – würde ich mich über Input freuen. Ich such eigentlich einfach eine saubere Antwort auf: "Was kostet mich 1 EUR ins AVD wirklich netto?"


4 Antworten
Frank_78
Beiträge: 63
(@frank_78)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 5 Monaten

Ich hab mir das im Rahmen unserer Familienplanung auch mal durchgerechnet – bei mir kam dazu noch die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt für Einzahlungen, gerade wegen Elternzeit und schwankendem Einkommen. Aber das ist ein anderes Thema.

Für deine Situation ohne Kinder und mit stabilem Gehalt würd ich sagen: Die Nettokosten pro Euro sind bei dir relativ leicht zu berechnen. Nimm dein zu versteuerndes Jahreseinkommen, schau in eine aktuelle Grenzsteuersatz-Tabelle, und du hast deinen Faktor. Alles unter dem jährlichen Förderdeckel lohnt sich mit diesem Steuersatz, alles drüber eben nicht mehr steuerlich.

Ein Excel-Ansatz den ich nutze: Ich berechne den "Break-Even" – also wie lange muss das Geld im Depot mit welcher Rendite arbeiten, damit der Steuervorteil beim Einzahlen die spätere Steuerpflicht auf die Entnahme (zumindest teilweise) ausgleicht. Das zeigt einem oft, dass es eben doch komplizierter ist als nur "35% Erstattung". Aber als erster Anhaltspunkt ist dein Ansatz völlig richtig.


Antwort
Stefan W.
Beiträge: 31
(@s-weber)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Ich seh das ein bisschen anders als Markus89 – nicht falsch, aber ich würd noch ergänzen: Der Grenzsteuersatz ist nicht statisch. Wenn du z.B. in einem Jahr Gehaltserhöhung bekommst oder eine Einmalzahlung, kann sich dein Grenzsteuersatz verschieben. Deshalb macht es Sinn, die Berechnung jedes Jahr neu zu machen, nicht einmal festzulegen und zu vergessen.

Zum Höchstbetrag: Soweit ich das verstehe, ist beim neuen AVD-Depot ein jährlicher Einzahlungsdeckel geplant (die genaue Zahl sollte noch in der finalen Gesetzesfassung stehen, ich hab das im Kontext der Verschiebungsdiskussion verfolgt). Innerhalb dieser Grenze profitierst du voll vom Abzug, danach nicht mehr.

Für deine Excel-Formel: Ich würd einfach mit dem Grenzsteuersatz multiplizieren und das als "Erstattungserwartung" betrachten. Fertig. Keine großen Geheimnisse dahinter – solange du die Grenze im Blick hast.


Antwort
Markus B.
Beiträge: 20
(@markus89)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Das ist eine Frage, die ich mir als Freiberufler ähnlich gestellt habe – ich hab das damals im Freiberufler-Einstiegsthread schon mal angesprochen.

Die Grundlogik ist eigentlich simpel: Du zahlst X Euro ein, bekommst davon Y% als Steuererstattung zurück (Y = dein persönlicher Grenzsteuersatz inkl. Soli). Also kostet dich 1 Euro Einzahlung effektiv (1 - Y) Euro netto. Bei ~35% wären das also ca. 65 Cent pro eingesetztem Euro.

Der Haken: Das gilt nur bis zum jährlichen Höchstbetrag für den Sonderausgabenabzug. Alles darüber bringt steuerlich erstmal nichts mehr – der zusätzliche Euro kostet dich dann voll.

Was viele vergessen: Der Vorteil kommt nicht sofort, sondern erst mit der Steuererklärung. Das verzerrt manchmal die gefühlte Wahrnehmung. Wenn du den Deckel kennst und dein zu versteuerndes Einkommen ungefähr abschätzen kannst, ist Excel völlig ausreichend. Kein Tool macht das fundamentaln besser als eine Marginalsteuerberechnung von Hand.


Antwort
Markus91
Beiträge: 60
(@markus91)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 5 Monaten

Kurz und knapp: Ab dem Punkt, wo dein Einzahlungsbetrag den steuerlich abzugsfähigen Höchstbetrag überschreitet, ist der Grenznutzen des Steuervorteils exakt null. Mehr brauchts da eigentlich nicht zu rechnen.


Antwort
Teilen: