Moin zusammen,
stehe vor einer schwierigen Entscheidung und brauche mal eure Einschätzung. Habe von meiner Tante ein kleines Ferienhaus an der Nordsee geerbt - direkt am Deich, super Lage. Das Haus ist von 1987, wurde aber gut gepflegt.
Jetzt im Sommer merke ich erst richtig, was da alles auf mich zukommt. Neue Heizung wird bald fällig, das Dach müsste auch mal erneuert werden und die Klimatisierung im Obergeschoss ist ein Witz. Der örtliche Makler schätzt den Wert auf etwa 420.000€.
Meine Überlegung: Verkaufen und das Geld ab 2027 ins neue Altersvorsorgedepot? Oder behalten als "Betongold" für die Rente? Bin 52 und hab ehrlich gesagt keine Ahnung von Immobilienverwaltung. Die Tante hat das Haus hauptsächlich selbst genutzt, ab und zu mal vermietet.
Problem ist: Ich wohne 400km entfernt, kann also nicht mal eben vorbeischauen wenn was kaputt geht. Und diese ganzen Reparaturkosten... kann man die überhaupt kalkulieren? Was passiert wenn in 10 Jahren der Meeresspiegel steigt oder Tourismus einbricht?
Wie seht ihr das? Ehrliche Meinungen bitte, auch wenns weh tut.
Sehe ich anders als die Vorredner. Ferienimmobilien an der Nordsee sind nach wie vor sehr gefragt und die Preise steigen weiter. 420k ist für die Lage wahrscheinlich sogar noch günstig.
Klar, Verwaltung kostet, aber es gibt mittlerweile gute Agenturen die das komplett übernehmen. Die nehmen zwar 20-30% der Mieteinnahmen, aber dafür hast du keinen Stress. Bei guter Auslastung kannst du trotzdem 4-5% Rendite machen, plus Wertsteigerung.
Und mal ehrlich - diversifizieren ist immer gut. ETFs sind toll, aber haben wir alle schon die Crashs gesehen. Immobilien sind wenigstens greifbar und Deutschland wird nicht untergehen 😄
Würde sagen: Versuch's erstmal 2-3 Jahre mit ner Verwaltungsagentur. Wenn's nicht läuft, kannst du immer noch verkaufen.
Puh, schwierige Geschichte. Ich würde ehrlich gesagt verkaufen.
Grund: Du sagst selbst, du hast keine Ahnung von Immobilienverwaltung. Das ist bei Ferienimmobilien aber essentiell. Die Gäste erwarten immer mehr - WLAN, moderne Küche, gepflegter Garten. Und wenn mal was schief geht am Wochenende oder in den Ferien, stehst du unter enormem Druck.
Plus: Nordsee ist zwar schön, aber touristisch auch sehr schwankend. Corona hat gezeigt, wie schnell sowas einbrechen kann. Klimawandel ist auch ein Risiko - nicht nur Meeresspiegel, sondern auch extremere Stürme.
420k im Altersvorsorgedepot ab 2027 sind kalkulierbar und du musst dir keine Sorgen machen. Bei der Immobilie hast du immer das Damoklesschwert über dem Kopf, dass plötzlich 50k für ne neue Heizung oder Dachsanierung fällig werden.
Muss Stefan widersprechen. Ferienimmobilien sind momentan massiv überbewertet, gerade an der Nordsee.
Die ganzen Corona-Käufer haben die Preise künstlich hochgetrieben. Wenn sich das normalisiert, gehts erstmal runter. Und die laufenden Kosten sind bei Ferienimmobilien brutal - hab selbst eine an der Ostsee und bin froh wenn ich bei null rauskomme.
Dazu kommt: 2027 startet das neue Altersvorsorgedepot mit richtig guten Konditionen. Da 420k reinzuballern und entspannt zusehen wie's wächst, ist mMn die bessere Wahl als sich mit Mietausfällen, kaputten Spülmaschinen und nervigen Gästen rumzuärgern.
Das ist wirklich eine schwierige Situation. Aus meiner Erfahrung kann ich sagen: Ferienimmobilien sind noch mal eine ganz andere Nummer als normale Vermietung. Du hast saisonale Schwankungen, höheren Verschleiß durch wechselnde Gäste und oft auch höhere Ansprüche bei der Ausstattung.
400km Entfernung ist definitiv ein Problem. Du brauchst vor Ort jemanden, der sich kümmert - das kostet. Hausmeisterservice, Reinigungskräfte, Reparaturnotdienst... das summiert sich schnell. Bei der Nordsee kommt noch die salzige Luft dazu, die alles schneller korrodieren lässt.
Mein Tipp: Mach eine ehrliche Kalkulation über 20 Jahre. Nicht nur die offensichtlichen Kosten, sondern auch Leerstand, Verwaltung, unvorhersehbare Reparaturen. Wie ich schon mal geschrieben hab, bei der Altersvorsorge sollte man realistisch rechnen. 420k im Depot könnten bei 6% p.a. deutlich entspannter sein als ein Haus, das ständig Aufmerksamkeit braucht.