Moin zusammen, ich sitze gerade an einem Steuervergleich für meine Altersvorsorge ab 2027 und bin bei einer Frage hängengeblieben, auf die ich keine richtige Antwort finde.
Mich interessiert der konkrete Steuervergleich zwischen zwei Szenarien:
1. Ich bespare das neue Altersvorsorgedepot mit ETFs und nutze später einen klassischen Entnahmeplan (z.B. monatlich entnehmen, Rest im Depot invested lassen)
2. Ich kaufe mir mit dem Depot-Guthaben eine lebenslange Versicherungsrente ein
Bei Szenario 1 zahle ich ja auf die Erträge und Kursgewinne Einkommensteuer, aber die Entnahmen sind nicht zu 100% steuerpflichtig (Unterscheidung Kapitalanteil vs. Ertrag). Bei Szenario 2 habe ich eine garantierte Rente, aber auch hier greift die nachgelagerte Besteuerung, oder?
Wie berechne ich das realistisch? Wo finde ich ein gutes Rechenmodell, das beide Szenarien abbildet? Und wie spielen die neuen Regelungen des Reformgesetzes 2027 da rein?
Danke für hilfreiche Hinweise!
Markus, da sprichst du einen wichtigen Punkt an. In meiner Erfahrung seit Start des Depots kommt es wirklich auf die konkrete Situation an. Mit zwei Kindern habe ich gemerkt, dass die Förderung und Kinderzulage den Vergleich erheblich verändert.
Zum reinen Steuervergleich: Bei einem Entnahmeplan versteuert du die Erträge später im Entnahmejahr, bei der Versicherungsrente greift der Ertragsanteil nach dem Erlebensfall-Tarif (deutlich niedriger als 100%). Das klingt erst nach einem Vorteil für die Rente. ABER: Im Entnahmeplan behältst du die Kontrolle über die Entnähmgeschwindigkeit – in schlechteren Steuerjahren weniger entnehmen, in besseren mehr. Das ist steuerlich oft geschickt.
Ich würde dir empfehlen, dir für beide Varianten einen realistische Renditeszenarien (3%, 5%, 7%) hochzurechnen und dann die Steuerlast zu vergleichen. Die meisten Online-Tools sind da noch nicht gut, ehrlich gesagt.