Hallo zusammen, ich beschäftige mich gerade intensiv mit den neuen Altersvorsorgedepots, die ab 2027 verfügbar sind. Überall liest man von staatlichen Förderungen, aber so richtig durchblicke ich noch nicht, was da konkret möglich ist. Meines Wissens nach gibt es eine Art Zuschuss vom Staat, ähnlich wie bei der Riester-Rente, aber die Details sind mir noch nicht klar. Wie hoch ist die Förderung? Gibt es Einkommensgrenzen? Und was muss man dafür tun - reicht es, einfach ein solches Depot zu eröffnen? Ich bin 47 und verdiene als Angestellter etwa 65k brutto im Jahr. Meine Frau arbeitet Teilzeit und kommt auf ca. 28k. Hätten wir beide Anspruch auf Förderung oder nur einer von uns? Außerdem habe ich gehört, dass es auch steuerliche Vorteile geben soll. Kann man die Einzahlungen von der Steuer absetzen? Und wie sieht es später bei der Auszahlung aus - wird da die volle Rente besteuert? Wäre super, wenn jemand Licht ins Dunkel bringen könnte. Die ganzen Gesetzestexte sind echt nicht einfach zu verstehen.
Die staatliche Förderung funktioniert tatsächlich ähnlich wie bei Riester, aber mit einigen wichtigen Unterschieden. Du bekommst eine Grundzulage von 175 Euro pro Jahr, plus 185 Euro für jedes Kind (300 Euro für nach 2008 geborene). Bei eurem Einkommen solltet ihr beide förderberechtigt sein.
Wichtig: Du musst mindestens 4% deines Vorjahreseinkommens einzahlen, um die volle Förderung zu bekommen. Bei dir wären das etwa 2.600 Euro im Jahr. Die Einkommensgrenzen liegen deutlich höher als bei Riester - erst ab 85k für Singles bzw. 170k für Verheiratete wird die Förderung reduziert.
Steuerlich kannst du bis zu 2.100 Euro als Sonderausgaben absetzen. Das Finanzamt prüft automatisch, was günstiger ist - die Zulage oder der Steuerabzug. Bei der Auszahlung wird nur der Ertragsanteil besteuert, nicht die eingezahlten Beiträge.
Muss H.Weber teilweise widersprechen - die Besteuerung ist komplizierter. Es stimmt zwar, dass nur der Ertragsanteil besteuert wird, aber der wird mit dem persönlichen Steuersatz belastet, nicht mit der Abgeltungssteuer wie bei normalen Depots.
Außerdem solltest du bedenken, dass du mindestens bis 62 warten musst, bevor du an das Geld rankommst. Vorher ist nur in absoluten Notfällen eine Entnahme möglich, und dann verlierst du alle Förderungen.
Ich hab vor einem Jahr schon mal über Immobilien als Alternative zur Altersvorsorge geschrieben - bei euren Einkommen könntet ihr euch das auch überlegen. Ist flexibler als so ein gefördertes Depot.
Bei der ganzen Fördererei würd ich vorsichtig sein. Klar, geschenktes Geld ist geschenktes Geld, aber die Bedingungen sind schon heftig. 40 Jahre Mindestlaufzeit, nur begrenzte ETF-Auswahl, und am Ende zahlst du trotzdem Steuern.
Ich mach lieber 'nen normalen ETF-Sparplan ohne Förderung - da bin ich flexibel und kann jederzeit ran wenn was ist. Bei eurer Situation würd ich erstmal schauen, ob ihr nicht auch ohne Förderung gut klarkommt.