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Digitale Altersvorsorge mit ETFs - nur schöner Schein oder echte Ersparnis?

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LauraK
Beiträge: 23
Themenstarter
(@laurak)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Wochen
[#11]

Hallo zusammen,

ich beschäftige mich gerade intensiv mit der neuen Altersvorsorge-Reform für 2027 und frage mich ehrlich gesagt, ob das alles nur ein großer Marketing-Gag ist. Überall liest man von "revolutionären digitalen Lösungen" und "kostengünstigen ETF-Depots" mit staatlicher Förderung.

Aber mal Hand aufs Herz: Wenn ich mir die Details anschaue, dann zahle ich trotzdem Gebühren, die Förderung ist gedeckelt und am Ende wird alles nachgelagert besteuert. Bei meinem aktuellen ETF-Sparplan zahle ich praktisch keine Gebühren und kann flexibel rein und raus.

Nun plant die Regierung ja diese Standarddepots mit maximal 1% Effektivkosten - aber ist das nicht trotzdem viel teurer als ein normaler ETF-Sparplan? Und diese ganze "digitale Innovation" - was soll daran neu sein? ETFs gibt es doch schon lange.

Wahrscheinlich plane ich gerade meinen Sommerurlaub und denke zu viel über Geld nach, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass sich das wirklich lohnt. Oder übersehe ich etwas Entscheidendes?

Was meint ihr denn dazu?

Viele Grüße
Laura


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3 Antworten
Thomas77
Beiträge: 28
(@thomas77)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Wochen

Muss CodeInvestor widersprechen - so einfach ist die Rechnung nicht.

Ich hab schon mal gerechnet bei anderen Produkten und oft sieht's am Anfang gut aus, aber die Kosten fressen über die Jahre viel weg.

Bei 1% Effektivkosten über 30-40 Jahre zahlst du am Ende deutlich mehr als die Zulagen bringen. Und dann kommt noch die nachgelagerte Besteuerung dazu. Im Alter zahlst du vielleicht weniger Steuern, aber Garantie gibt's keine.

Mein Tipp: Bleib bei deinem normalen ETF-Sparplan und investier das Geld lieber direkt. Die "Förderung" ist nur ein Vorschuss auf deine eigenen Steuern.


Antwort
CodeInvestor_87
Beiträge: 39
(@codeinvestor_87)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 4 Wochen

Hey Laura,

verstehe deine Skepsis total! Ich hab mich auch erst mal gefragt, ob das nur fancy Marketing ist. Aber wenn du dir die Zahlen genau anschaust, kann es sich durchaus lohnen.

Das Standarddepot mit 1% Effektivkosten klingt erstmal teuer, aber da sind ja alle Kosten drin - auch die Verwaltung der Zulagen und die steuerliche Abwicklung. Bei einem normalen ETF-Sparplan hast du zwar niedrigere TER, aber keine staatliche Förderung.

Rechne mal durch: Bei einem Jahresbeitrag von 1.800 Euro kriegst du 450 Euro Zulagen (25 Cent pro Euro). Das sind 25% Rendite sofort! Selbst mit den höheren Kosten kommst du unterm Strich besser weg als ohne Förderung.

Klar ist das "digital" erstmal nur ein Buzzword, aber die automatische Zulagebeantragung und die vereinfachte Verwaltung sind schon praktisch. Ich denke, man sollte das nicht als Ersatz für den normalen ETF-Sparplan sehen, sondern als Ergänzung mit staatlicher Förderung.


Antwort
S.Hofmann
Beiträge: 31
(@s-hofmann)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 3 Wochen

Interessante Diskussion hier!

Als jemand der sich beruflich mit Kostenstrukturen beschäftigt, sehe ich das differenziert. Die 1% Effektivkosten sind tatsächlich eine Obergrenze - viele Anbieter werden darunter liegen, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Was oft übersehen wird: Die beitragsproportionale Förderung ist gerade für mittlere Einkommen sehr attraktiv. Wer 1.800 Euro jährlich einzahlt und Kinder hat, kann durchaus 750 Euro Förderung bekommen. Das kompensiert die höheren Kosten locker.

Das Problem bei normalen ETF-Sparplänen ist die fehlende "Renten-Disziplin". Viele greifen vor der Rente doch darauf zu. Das Altersvorsorgedepot ist bis 62 gesperrt - das kann durchaus ein Vorteil sein.

Marketing ist es trotzdem - aber Marketing mit durchaus sinnvollem Kern für die richtige Zielgruppe.


Antwort
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