Hallo zusammen,
ich hab neulich gehört, dass mit der Altersvorsorge-Reform 2027 auch neue Regeln für die Kostenausweise kommen. Angeblich müssen Versicherer ihre Abschlusskosten jetzt viel transparenter darstellen als bisher.
Ist da was dran? Bisher war es ja oft so, dass man die wahren Kosten erst nach langem Suchen im Kleingedruckten gefunden hat. Bei meiner alten Riester-Versicherung hab ich damals auch erst nach Jahren gemerkt, wie viel eigentlich an Abschlusskosten abgezogen wurde.
Wenn das wirklich so kommt, wäre das ja ein riesiger Fortschritt. Aber ich bin skeptisch - die Versicherungsbranche hat sich ja noch nie freiwillig in die Karten schauen lassen. Wie soll das genau funktionieren? Gibt es schon konkrete Vorgaben, wie die Kosten ausgewiesen werden müssen?
Und gilt das dann auch für bestehende Verträge oder nur für neue ab 2027? Wäre super, wenn jemand mehr Details dazu hat!
Das ist wirklich längst überfällig! Ich beschäftige mich seit Jahren mit dem Thema und die bisherigen Produktinformationsblätter waren oft mehr Verschleierung als Information.
Was besonders wichtig wird: Die Anbieter müssen künftig auch zeigen, wie sich hohe Anfangskosten auf die Rendite auswirken. Also nicht nur die nackten Zahlen, sondern auch Beispielrechnungen über verschiedene Laufzeiten.
Ein Kollege von mir arbeitet in der Aufsicht und meinte, dass die BaFin da sehr streng kontrollieren will. Wer sich nicht dran hält, dem drohen empfindliche Strafen. In meinem Thread zu ETF-Depots für Späteinsteiger hatte ich ja schon erwähnt, wie wichtig niedrige Kosten gerade bei kürzeren Laufzeiten sind.
Die Zeit der Intransparenz geht hoffentlich endlich zu Ende!
Ja genau, und das wird auch höchste Zeit! Bei meiner bAV hab ich damals auch erst viel zu spät gemerkt, was da alles abgezogen wird.
Was ich besonders gut finde: Es soll auch einen Kostenvergleichsrechner geben, wo man verschiedene Produkte direkt gegenüberstellen kann. Ähnlich wie beim Stromvergleich.
Ja, das stimmt! Das steht im neuen Altersvorsorge-Verbesserungsgesetz (AltVG). Ab 2027 müssen alle Anbieter - egal ob Bank, Versicherer oder Fondsgesellschaft - ihre Kosten nach einem einheitlichen Standard ausweisen. Da gibt's dann keine kreativen Formulierungen mehr wie "Verwaltungskosten" oder "Servicegebühren", hinter denen sich Abschlusskosten verstecken.
Besonders wichtig: Die Effektivkosten müssen als Gesamtkostenquote (TER-ähnlich) angegeben werden. Bei den neuen Altersvorsorgedepots ist diese sogar auf 1% gedeckelt. Das macht Vergleiche endlich möglich!
Für bestehende Verträge gilt eine Übergangsregelung - die müssen bis Ende 2027 auch auf das neue Format umstellen. Hab ich zumindest so aus den Gesetzesentwürfen verstanden.