Hallo zusammen,
ich beschäftige mich gerade intensiv mit dem neuen Altersvorsorgedepot 2027 und stoße dabei immer wieder auf diese Nachhaltigkeits-Vorschriften. Überall wird damit geworben, dass die Produkte jetzt "ESG-konform" sein müssen und bestimmte Nachhaltigkeitskriterien erfüllen sollen.
Als Wiedereinsteigerin nach 12 Jahren Familienzeit bin ich da etwas skeptisch. Ist das wirklich ein Mehrwert für meine Altersvorsorge oder nur ein neuer Weg für die Anbieter, höhere Gebühren zu rechtfertigen? Gerade bei der nachgelagerten Besteuerung möchte ich ja, dass möglichst viel von meinen Beiträgen auch wirklich für meine Rente übrig bleibt.
Wie durchschaubar sind diese Kriterien überhaupt? Kann man als Laie wirklich beurteilen, ob da substanziell was dahinter steckt oder ob das nur Greenwashing ist?
Hat jemand von euch schon konkrete Erfahrungen mit den neuen nachhaltigen Vorsorgeprodukten gemacht? Besonders interessiert mich, ob sich das auf die Rendite auswirkt - positiv oder negativ.
Bin für jeden Tipp dankbar!
Hallo!
Als Opa von drei Enkeln kann ich deine Bedenken gut verstehen. Bei meinen eigenen Recherchen für die Kleinen bin ich auch über diese Nachhaltigkeitskriterien gestolpert.
Ehrlich gesagt sehe ich das zwiegespalten. Einerseits ist es natürlich schön, wenn das Geld der Enkel nicht in Rüstung oder Kohle fließt - da denke ich schon an deren Zukunft. Andererseits haben die neuen ESG-ETFs oft wirklich höhere Kosten als normale Indexfonds.
Was mich beruhigt: Die 1%-Kostenbegrenzung beim Altersvorsorgedepot gilt trotzdem. Da können die Anbieter nicht einfach beliebig mehr verlangen, nur weil "nachhaltig" draufsteht.
Bei den Renditen ist es noch zu früh für echte Erfahrungen, aber die Studien die ich gelesen habe zeigen keine systematischen Nachteile gegenüber normalen ETFs. Manchmal sogar bessere Performance, weil Unternehmen mit guter Governance oft stabiler wirtschaften.
Für dich als Wiedereinsteigerin würde ich sagen: Schau vor allem auf die Gesamtkosten und die Zulage die du bekommst. Das ist wichtiger als die ESG-Frage. Die 200€ Berufseinsteiger-Bonus kriegst du ja leider nicht mehr, aber die Grundförderung ist trotzdem attraktiv.