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EU-Regulierung 2027: Welche Produkte fallen durchs Raster?

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S.Weber25
Beiträge: 10
Themenstarter
(@s-weber25)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Wochen
[#43]

Hallo zusammen,

ich sitze gerade im Urlaub (endlich mal Abschalten, aber der Kopf macht natürlich trotzdem weiter...) und beschäftige mich mit den Produktregeln für das neue Altersvorsorgedepot. Dabei bin ich auf ein Thema gestoßen, das mir noch nicht ganz klar ist: die Rolle der EU-Finanzmarktregulierung.

Konkret geht es mir um Folgendes: Durch MiFID II, PRIIPs und die ganzen ESG-Offenlegungspflichten gibt es ja schon im normalen Investmentbereich einige Einschränkungen, was Produkte kommunizieren und nachweisen müssen. Aber wie genau wirkt sich das auf die Produktauswahl im geförderten Altersvorsorgedepot aus? Gibt es Produkte, die theoretisch fürs Depot zugelassen wären, aber wegen EU-Vorgaben trotzdem nicht angeboten werden dürfen oder nur unter bestimmten Bedingungen?

Ich denke zum Beispiel an bestimmte Zertifikate, strukturierte Produkte oder auch manche exotischeren ETF-Konstruktionen. Fallen die raus, weil sie die PRIIPs-Dokumentationsanforderungen nicht erfüllen? Oder ist das schon im deutschen Rechtsrahmen für das Altersvorsorgedepot vollständig geregelt, sodass die EU-Ebene quasi keine zusätzliche Rolle spielt?

Bin für jeden Hinweis dankbar – gerne auch Links zu offiziellen Quellen, falls jemand die kennt.


6 Antworten
Thomas-Weber
Beiträge: 12
(@thomas-weber)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 2 Wochen

Also ich sehe das Thema EU-Regulierung im Kontext des Altersvorsorgedepots etwas nüchterner als die anderen hier. Letztlich ist die Produktpalette für das geförderte Depot ohnehin stark eingeschränkt – und das ist auch gut so. Was am Ende bleibt sind UCITS-ETFs, klassische Investmentfonds, möglicherweise bestimmte Rentenprodukte. Die Frage, ob exotische Konstrukte rein- oder rausfallen, stellt sich für die meisten Sparer in der Praxis gar nicht.

Ich hatte im Selbständigen-Thread ähnliche Überlegungen angestellt – da geht es zwar um eine andere Gruppe, aber die Grundlogik ist dieselbe: Das Gesetz schafft einen engen Rahmen, und innerhalb dessen spielt die EU-Ebene eine flankierende Rolle, aber keine dominierende. Wer sich an den zulässigen Standardprodukten orientiert, ist auf der sicheren Seite.


Antwort
Markus77
Beiträge: 3
(@markus77)
Active Member
Beigetreten: Vor 1 Woche

Hab die Diskussion jetzt durchgelesen. Finde den Punkt von Thomas-Weber oben eigentlich am treffendsten – die Produktpalette ist schon von Gesetzes wegen schmal, da ist die EU-Regulierung eher ergänzend.

Ein Aspekt fehlt mir aber noch: Was ist mit aktiv gemanagten Fonds, die vielleicht kein vollständiges PRIIPs-KID auf Deutsch vorhalten? Das passiert gelegentlich bei kleineren Fondshäusern oder Nischenprodukten. Die könnten theoretisch im Depot zugelassen sein, aber mangels Dokumentation faktisch nicht vertrieben werden. Das wäre dann ein praktisches Problem, das sich aber von selbst löst – kein seriöser Broker nimmt solche Produkte ins Sortiment fürs geförderte Depot.


Antwort
Stefan87
Beiträge: 16
(@stefan87)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 2 Wochen

Kurze Ergänzung dazu: Ich würde nicht vergessen, dass die BaFin hier als nationale Behörde nochmal eine Filterfunktion hat. Die prüft im Rahmen der Produktzulassung auch, ob die EU-Dokumentationspflichten eingehalten werden. Also quasi dreistufig: EU-Vorgaben, BaFin-Zulassung, dann noch die spezifischen Förderregeln des AV-Reformgesetzes. Das macht die Sache nicht einfacher, aber so läuft das System halt.


Antwort
ClaudiaH
Beiträge: 19
(@claudiah)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 2 Wochen

Gute Frage, die ich mir ehrlich gesagt auch schon gestellt hatte – ich hatte das im Berufseinsteiger-Thread schon am Rande angesprochen, aber da war das nicht das Hauptthema.

Soweit ich das verstehe, greift hier tatsächlich eine Art Doppelfilter: Das Altersvorsorgereformgesetz legt fest, welche Produktkategorien grundsätzlich förderfähig sind. Aber zusätzlich müssen diese Produkte natürlich alle EU-weiten Anforderungen erfüllen – also KID-Dokument nach PRIIPs, MiFID-II-Eignungsprüfung usw. Strukturierte Produkte wie klassische Zertifikate haben da oft ein Problem, weil das KID-Dokument bei komplizierten Auszahlungsstrukturen schwer verständlich zu formulieren ist, und manche Anbieter das schlicht nicht liefern wollen oder können.

Das heißt: Selbst wenn das Altersvorsorgedepot-Gesetz eine Kategorie nicht explizit ausschließt, kann ein Produkt trotzdem faktisch nicht angeboten werden, weil der Anbieter die EU-Dokumentationspflichten nicht erfüllt. Das ist meiner Meinung nach der springende Punkt, der viele nicht auf dem Schirm haben.


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