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Alter Riester-Vertrag und neues Depot 2027: Was passiert mit den Zulagen?

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A.Bergmann
Beiträge: 62
Themenstarter
(@a-bergmann)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 5 Monaten
[#66]

Hallo zusammen,

ich bin nach einer langen Pause von etwa 15 Jahren gerade dabei, meine Altersvorsorge komplett neu aufzustellen. Damals hatte ich einen Riester-Vertrag abgeschlossen, der seitdem mehr oder weniger vor sich hingedümpelt ist – kaum Rendite, hohe Kosten, das übliche Leid.

Jetzt interessiert mich das neue Altersvorsorgedepot ab 2027 wirklich sehr. Was mich aber konkret beschäftigt: Was passiert eigentlich mit den staatlichen Zulagen, die ich damals über Riester erhalten habe? Wenn ich den alten Vertrag auflöse oder in das neue Depot überführe – muss ich die Förderung dann teilweise zurückzahlen? Oder gibt es eine Art Übergangslösung, die das vermeidet?

Ich habe gelesen, dass es beim neuen Depot eine beitragsproportionale Förderung geben soll, also dass die Zulage prozentual zum eingezahlten Betrag berechnet wird. Das klingt erstmal logisch, aber ich verstehe noch nicht ganz, wie das im Vergleich zur alten Riester-Systematik funktioniert – dort war ja der Eigenbeitrag an das Bruttoeinkommen gekoppelt.

Außerdem frage ich mich: Macht es steuerlich einen Unterschied, ob ich den Riester-Vertrag noch 2026 auflöse oder erst 2027 zum Start des neuen Depots? Oder ist das egal?

Ich bin kein Steuerexperte und tu mich mit den Details schwer. Über praktische Hinweise oder eigene Erfahrungen würde ich mich sehr freuen.

Viele Grüße,
A.Bergmann


4 Antworten
Stefan87
Beiträge: 40
(@stefan87)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Moin,

ich glaube der Punkt mit 2026 vs. 2027 wird oft unterschätzt. Wenn du 2026 kündigst und das Geld einfach auszahlst, dann ist das definitiv schädliche Verwendung – da gibt es nichts zu rütteln. Du müsstest alles zurückzahlen, also Zulagen plus die Steuervorteile aus dem Sonderausgabenabzug. Das kann je nach Laufzeit und eingezahlten Beträgen ganz schön wehtun.

Wenn du hingegen wartest bis 2027 und dann direkt in das neue Depot überträgst – sofern das technisch und rechtlich funktioniert – wäre das deutlich besser.

Ein Tipp aus der Praxis (ich beschäftige mich schon ne Weile damit): Schau dir mal die konkreten Kosten deines Riester-Vertrags an. Wenn der Vertrag kaum Gebühren mehr frisst weil er eh auf Sparflamme läuft, lohnt es sich oft einfach abzuwarten bis 2027. Unnötige Hektik bringt hier nichts.

Hatte dazu auch schon was zum Thema abwarten vs. handeln geschrieben: Markteinbruch im Sommer: Nachkaufen oder lieber abwarten? – anderes Thema, aber die Grundlogik ist ähnlich.


Antwort
Sabine B.
Beiträge: 60
(@s-bergmann89)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Ich bin ähnlich wie du gerade dabei, einen alten Riester-Fondssparplan zu analysieren und mit dem neuen Depot zu vergleichen. Die Rendite-Differenz kann je nach Produkt erheblich sein – ich hatte dazu mal eine Vergleichsrechnung gemacht: Riester-Rente vs. neues Altersvorsorgedepot: Rendite-Vergleichsrechnung

Was ich dabei gelernt habe: Die reine Förderung ist nicht alles. Die Kostenstruktur deines bestehenden Riester-Vertrags spielt eine große Rolle. Wenn dort hohe laufende Kosten anfallen, frisst das die Zulage schnell wieder auf. Dann kann es sich lohnen, früher zu wechseln – auch wenn das eine sorgfältige Planung erfordert.

Die schädliche Verwendung ist dabei wirklich das größte Risiko. Ich würde auf jeden Fall mit der ZfA oder einem Steuerberater klären, ob eine direkte Übertragung ab 2027 möglich ist, bevor du irgendwas kündigst.


Antwort
Markus B.
Beiträge: 28
(@kinderzulagepro7)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Ich sehe das ein bisschen skeptischer als die Vorposter. Die Übertragung von Riester ins neue Depot klingt einfach, aber die Tücken liegen im Detail. Die beitragsproportionale Förderung beim neuen Depot berechnet sich prozentual – je nach deinem bisherigen Einzahlungsmuster und deinen künftigen Beiträgen kann das sehr unterschiedlich ausfallen im Vergleich zu Riester.

Für Familien mit Kindern kenne ich das Problem gut, weil Kinderzulagen und Eigenanteil da sehr eng zusammenhängen – ich habe das gerade für meine Situation durchgerechnet, das ist nicht trivial: Kinderzulage + beitragsproportionale Förderung: Wie rechnet die ZfA das genau?

Bei dir ohne Kinder (zumindest erwähnst du keine) ist das vielleicht einfacher, aber ich würde trotzdem beide Modelle konkret durchrechnen bevor du irgendwas unternimmst. Nicht einfach davon ausgehen dass das neue Depot automatisch besser ist nur weil es neu ist.


Antwort
Thomas-Weber
Beiträge: 37
(@thomas-weber)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Hallo A.Bergmann,

die Frage zur Rückzahlungspflicht ist tatsächlich einer der wichtigsten Punkte beim Riester-Ausstieg. Grundsätzlich gilt: Wenn du einen Riester-Vertrag kündigst und das Kapital nicht in einen zertifizierten Nachfolgevertrag überträgst, musst du die erhaltenen Zulagen und Steuervorteile zurückzahlen – das nennt sich schädliche Verwendung.

Das neue Altersvorsorgedepot ab 2027 soll laut aktuellem Diskussionsstand als zertifiziertes Altersvorsorgeprodukt gelten. Wenn eine direkte Übertragung vom Riester-Vertrag ins neue Depot möglich ist, sollte das ohne Rückzahlungspflicht funktionieren. Ob das nahtlos geht oder ob es Übergangsfristen gibt, ist aber noch nicht abschließend geregelt – zumindest soweit ich das verfolge.

Zur Frage 2026 vs. 2027: Das hängt stark davon ab, wie lange dein Riester-Vertrag noch Kosten frisst. Ich würde das konkret mit einem Steuerberater durchrechnen, bevor du etwas kündigst. Ich hatte dazu auch schon etwas in einem anderen Thread zu Dokumenten und Antragsverfahren geschrieben: Förderung fürs Altersvorsorgedepot: Antrag und nötige Dokumente?

Die beitragsproportionale Förderung beim neuen Depot ist tatsächlich anders gestrickt als der alte Riester-Eigenbeitrag. Aber das ist ein eigenes Thema – da würde ich erstmal die Rückzahlungsfrage klären.


Antwort
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