Hallo zusammen,
ich beschäftige mich schon länger mit der Frage, wie das neue Altersvorsorgedepot ab 2027 gegen Inflation schützen kann – und dabei bin ich auf das Thema Günstigerprüfung gestoßen. Ehrlich gesagt verstehe ich nicht richtig, wie die funktioniert und ob sie für meine Situation überhaupt relevant ist.
Soweit ich es verstanden habe, wird bei der Günstigerprüfung verglichen, ob mir die direkte Grundzulage oder der Steuerabzug mehr bringt. Aber wie genau läuft dieser Vergleich ab? Muss ich da aktiv was machen oder passiert das automatisch beim Finanzamt?
Mich interessiert auch: Wenn ich langfristig in ETFs mit stabilen, inflationsgerechten Renditen anlege – ändert sich dann die Bewertung der Günstigerprüfung, weil sich mein Einkommen im Alter ändert? Oder wird die Prüfung nur einmal gemacht?
Ich bin Rentner und möchte mein Wissen hier vertiefen. Vielleicht kann mir jemand das für Laien verständlich erklären?
Danke für eure Hilfe!
H.Bergmann, du sprichst einen wichtigen Punkt an – Kaufkraftschutz vs. Förderoptimierung.
Ich würde sagen: Die Günstigerprüfung sollte dich bei deinen Anlageentscheidungen nicht zu sehr beeinflussen. Es ist eine Verwaltungsmechanik, die automatisch läuft. Wichtiger ist, dass deine ETF-Auswahl inflationsresistent ist.
Für mich persönlich hat sich bewährt, mich auf die Fundamentals zu konzentrieren – breite Streuung, niedrige TER, langfristig orientiert – und die Förderung einfach als Bonus zu nehmen, egal ob Zulage oder Steuerabzug. Die beste Günstigkeit ist am Ende eine gute Rendite.
Sehr wichtig für dich als Rentner: Die Günstigerprüfung ist primär für Erwerbstätige relevant. Bei dir spielen die Renteneinnahmen eine Rolle, was die Einkommenssituation komplexer macht.
Konkret: Wenn du als Rentner zum neuen Depot einzahlst, wird in der Günstigerprüfung dein aktuelles Gesamteinkommen (Rentenbezug + weitere Einkünfte) berücksichtigt. Das könnte bedeuten, dass dir der Steuerabzug gar nicht hilft, weil dein Grenzsteuersatz niedrig ist – dann wird automatisch die Grundzulage günstiger.
Das ist aber ohnehin die bessere Variante für dich: kontinuierliche Grundzulage (falls du die Vorbedingungen erfüllst) ohne Steuergedöns. Kompliziert wird's nur, wenn du noch nebenberufliche Einkünfte hast.
Was ist deine aktuelle Einnahmesituation?
Guter Thread! Ich sehe die Günstigerprüfung als großen Vorteil gegenüber dem alten Riester-System. Keine manuellen Anträge, keine Papierkram – das System macht's.
Für meine Frühstart-Strategie (Rente mit 60) ist das wichtig: In meinen jungen Jahren mit höherem Einkommen wird der Steuerabzug günstiger sein, später im Rentenalter die Grundzulage. Das ist ein natürlicher Schutz. Nur dumm, dass die Prüfung einmalig ist und nicht jährlich neu läuft – aber immerhin besser als nichts. Würde mir noch mehr Flexibilität wünschen, aber okay.