Hallo zusammen,
ice stell mir schon lange die Frage, ob es bei der neuen Altersvorsorge 2027 wirklich einen praktischen Unterschied macht, ob ich in ETFs oder in aktiv gemanagte Fonds gehe. Ich lese überall, dass ETFs "günstiger" sein sollen, aber ich sehe da einige Denkfehler, die hier selten diskutiert werden.
Klar, die TER ist bei ETFs niedriger. Aber: Bei einem Altersvorsorgedepot mit Förderung geht es doch nicht nur um Kostenminimierung, sondern um echte Diversifikation über mehrere Anlageklassen hinweg. Wenn ich nur in einen breiten MSCI-World-ETF einzahle, bin ich faktisch zu 50% in US-Aktien konzentriert – das ist aus meiner Sicht keine echte Diversifikation, egal wie breit der ETF ist.
Aktiv gemanagte Fonds können regional ausgewogener sein und Schwellenmärkte besser gewichten. Kostet halt mehr, aber ist das bei echtem Diversifizierungsbedarf nicht die bessere Strategie?
Wie seht ihr das? Gibt es hier Erfahrung mit Portfolio-Strategien, die wirklich breit streuen – nicht nur auf dem Papier?
Bin ehrlich gesagt noch zu unerfahren für so ne Frage. :/ Aber interessiert mich echt – vielen Dank für die Aufzählung Thomas, da lernt man doch einiges.
Aus meiner Perspektive mit meinem Bruder: Für einen jungen Anfänger, der 2027 startet und den Berufseinsteigerbonus kriegt, würde ich eher zu ETFs raten. Der Bonus ist ja schon ein Plus, und wenn man dann noch Gebühren sparen kann mit einer ETF-Kombi... das rechnet sich über 40 Jahre. Ein paar unterschiedliche ETFs (Welt, Schwellenländer, vielleicht ein Europa-ETF) bringen die Diversifikation, ohne dass man für aktives Management zahlt. Aber das ist natürlich nicht für jeden die richtige Strategie.
Gute Frage, Thomas. Das ist genau der Punkt, den ich in meinem früheren Thread zu Einmalanlage oder Sparplan angesprochen habe. Bei den zertifizierten Altersvorsorgeprodukte ab 2027 gibt es ja strenge Vorgaben, welche Fonds und ETFs überhaupt zugelassen sind. Das AltZertG regelt das ziemlich eng. Meine Erfahrung: Die meisten Anbieter werden für ihr Basisangebot ETFs nehmen – einfach weil die Kosten transparenter sind und die Zertifizierungsanforderungen leichter erfüllen. Aktiv gemanagte Fonds sind da komplizierter und teurer in der Zertifizierung. Trotzdem: Echte Diversifikation über mehrere kleine Positionen (ETF-Kombi) schlägt einen einzelnen großen ETF am Ende. Deine Logik ist richtig.
Thomas, ich verstehe deinen kritischen Blick, aber da möcht ich dezent widersprechen. ETF-Rente als Strategie – also mehrere thematisch unterschiedliche ETFs – ist eigentlich die bessere Diversifizierung als ein aktiv gemanagter Fonds. Du wählst bei ETF-Kombi selbst aus, wie viel du in Welt, Schwellenmärkte, Rohstoffe, Anleihen packst. Bei aktiven Fonds entscheidet der Fondsmanager – und der hat eigene Ziele, die nicht unbedingt zu deiner Altersvorsorge passen. Kostenargument ist dabei gar nicht mal das Hauptargument für mich. Es geht um Kontrolle über die echte Assetallokation. Schau dir mal meine Überlegungen zu Rohstoff-Beimischung bei beitragspr. Förderung an – da zeigt sich: Mit klaren ETF-Positionen behältst du die Übersicht, ob die Gewichtung noch optimal für deine Förderung ist.