Hi Leute,
ich bin 45 und selbstständig (IT-Beratung) und hab ehrlich gesagt bisher gar nichts für die Altersvorsorge gemacht. Klar, war blöd, aber ich hab immer gedacht dass ich ja noch Zeit habe und erstmal das Business aufbauen muss.
Jetzt wird mir langsam mulmig. Hab gelesen dass 2027 das neue Altersvorsorgedepot kommt und auch Selbstständige fördern kann. Momentan kann ich etwa 1000 Euro pro Monat entbehren für die Rente. Sitze gerade auf der Terrasse bei 32 Grad und plane meine Finanzen für die zweite Jahreshälfte.
Meine Fragen:
- Ist es mit 45 überhaupt noch sinnvoll anzufangen oder ist der Zug abgefahren?
- Bringt mir das Altersvorsorgedepot was als Selbstständiger oder soll ich lieber klassisch ETF-Sparplan?
- Was kann ich realistisch erwarten wenn ich 20 Jahre lang 1000 Euro monatlich in ETFs stecke?
- Bin ich komplett verrückt oder schaffen das andere auch?
Danke für eure Einschätzungen!
Kann A.Bergmann nur zustimmen. Mit 1000€ monatlich kannst du definitiv noch was reißen.
Technisch gesehen: Das neue Altersvorsorgedepot wird wahrscheinlich deutlich flexibler als Riester. Niedrige Kosten (max. 1% Effektivkosten), breite ETF-Auswahl, und die Förderung ist auch für Selbstständige verfügbar.
Ein Tipp: Schau dir mal die historische Performance von breit diversifizierten ETFs an. Selbst wenn du 'nur' 5% Rendite p.a. schaffst, hast du bei 1000€ monatlich über 20 Jahre immer noch über 400k€.
Und hey - viele fangen noch später an oder gar nicht. Du bist auf dem richtigen Weg!
Hallo ETFsparplan34,
nein, mit 45 ist definitiv nicht zu spät! Du hast noch 20+ Jahre bis zur Rente, das ist ein solider Anlagehorizont für ETFs.
Zum Altersvorsorgedepot: Ab 2027 können auch Selbstständige die neue Förderung nutzen. Bei 1000€ monatlich würdest du die Höchstförderung bekommen - 360€ Grundzulage plus steuerliche Vorteile. Das ist schon mal ein schöner Bonus.
Bei 1000€ monatlich über 20 Jahre mit durchschnittlich 6% Rendite landest du bei etwa 460.000€. Davon könntest du dir ca. 1.500-1.800€ monatliche Rente auszahlen lassen. Nicht schlecht für einen Spätstart!
Ich hatte übrigens auch schlechte Erfahrungen mit klassischen Rentenprodukten gemacht - meine Ergo Rente war ein Desaster. Das Altersvorsorgedepot mit ETFs ist da ein anderes Kaliber.
Lass dich nicht entmutigen - besser spät als nie!
Also erstmal: Respekt dass du den Mut fasst!
Ich würde aber nicht alles auf das Altersvorsorgedepot setzen. Das kommt erst 2027 und wir wissen noch nicht alle Details. Vielleicht 60% gefördert über das neue Depot und 40% ungefördert als klassischer ETF-Sparplan?
So hast du mehr Flexibilität und kannst auch vor 67 ran wenn nötig. Bei 1000€ monatlich wären das 600€ gefördert und 400€ frei verfügbar.
Die drei neuen Fördermodelle bieten ja verschiedene Ansätze - vielleicht ist für dich als Selbstständiger sogar das Standarddepot ohne Garantie interessanter?
Auf jeden Fall: 45 ist nicht zu spät. Viele meiner Kunden fangen erst mit 50+ richtig an.