Hallo zusammen,
ich sitze hier im Homeoffice und versuche mich mal in Ruhe in das Thema Altersvorsorgedepot 2027 einzulesen. Als Softwareentwickler bin ich eigentlich gewohnt, Dinge systematisch zu analysieren, aber bei den Kosten komme ich irgendwie nicht auf einen grünen Zweig.
Mein konkretes Problem: Ich will verstehen, wie ich die Effektivkosten des neuen Altersvorsorgedepots sauber mit anderen Produkten vergleichen kann. Bei klassischen Versicherungsprodukten gibt es ja den ausgewiesenen Effektivkostensatz gemäß PRIIPs-Verordnung. Aber beim Depot setzt sich das ja ganz anders zusammen – Depotgebühr beim Anbieter, TER des ETFs, Transaktionskosten, ggf. Spread... das ist kein einheitlicher Wert mehr.
Fragen die mich konkret beschäftigen:
- Welche Kostenarten muss ich beim Altersvorsorgedepot überhaupt auf dem Schirm haben?
- Gibt es ETF-Strategien (z.B. thesaurierend vs. ausschüttend, Einzel-ETF vs. Multi-Asset), die im Förderrahmen besser abschneiden?
- Wie hoch dürfen die Kosten maximal sein, damit die staatliche Förderung den Kostennachteil gegenüber einem normalen ETF-Depot noch rechtfertigt?
Ich hab schon den Thread zu bAV + Altersvorsorgedepot gelesen (bAV vom Arbeitgeber + Altersvorsorgedepot 2027 – beide Förderungen nutzbar?), aber das Kostenthema wurde dort nur am Rande gestreift.
Freue mich über konkrete Zahlenbeispiele oder Erfahrungen, wie ihr das bewertet habt. Sommer ist ja immer gut zum Durcharbeiten solcher Themen 😄
Marcus
Ich bin da ehrlich gesagt nicht die richtige Ansprechpartnerin für ETF-Kostenanalysen 😅 mein Fokus liegt eher auf der Zulagenseite. Aber ich finds gut dass du das so genau durchrechnest – Kosten werden glaub ich von vielen unterschätzt.
Hi Marcus,
als jemand der das Thema Altersvorsorgedepot schon eine Weile verfolgt, kann ich zumindest ein paar Gedanken beisteuern – auch wenn ich kein Kostenexperte bin.
Die Kernfrage ob sich die Förderung gegen ein normales ETF-Depot lohnt hängt meiner Meinung nach stark von deiner persönlichen Fördersituation ab. Ich hab als Vater von drei Kindern natürlich einen anderen Blickwinkel – die Kinderzulagen machen bei uns einen erheblichen Teil der Förderung aus, das rechnet sich dann sehr schnell auch wenn der Anbieter nicht der günstigste ist.
Bei den Kostenarten würde ich unterscheiden: erstens Anbieterkosten (Depotführung, ggf. Ordergebühren), zweitens ETF-Kosten (TER), drittens indirekte Kosten wie Spread beim Kauf. Gerade beim letzten Punkt hab ich in einem anderen Thread schon was gelesen, aber das würde hier den Rahmen sprengen.
Was ETF-Strategien im Förderrahmen angeht: soweit ich das verstehe sind die Anforderungen ans Produkt selbst nicht allzu restriktiv, solange der Anbieter zertifiziert ist. Also thesaurierend vs. ausschüttend dürfte keine Förderfrage sein sondern eher eine steuerliche. Ob da Multi-Asset-Lösungen Sinn ergeben hängt davon ab wie aktiv du das verwalten willst.
Ich würde ehrlich gesagt erstmal schauen was die einzelnen Anbieter 2027 tatsächlich an Konditionen veröffentlichen – aktuell ist das alles noch ein bisschen spekulativ.