Grundzulage + nachg...
 
Benachrichtigungen
Alles löschen

[Gelöst] Grundzulage + nachgelagerte Steuer: Wie rechnet sich das wirklich?

5 Beiträge
5 Benutzer
18 Reactions
43 Ansichten
Marco_87
Beiträge: 44
Themenstarter
(@marco_87)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 5 Monaten
[#223]

Hallo zusammen,

ich beschäftige mich gerade intensiv mit dem Altersvorsorgedepot 2027 und versuche, das Zusammenspiel aus Grundzulage und nachgelagerter Besteuerung wirklich zu verstehen – nicht nur oberflächlich, sondern so dass ich das konkret für meine Situation durchrechnen kann.

Aktuell bin ich als Projektmanager vollzeitbeschäftigt, Steuerklasse I, keine Kinder. Die 360 Euro Grundzulage klingen erstmal super attraktiv. Aber mir ist noch nicht ganz klar, wie das am Ende wirklich aufgeht: Ich zahle jetzt Beiträge ein, bekomme die Zulage und spare Steuern in der Ansparphase – aber im Rentenalter wird dann der gesamte Auszahlungsbetrag versteuert. Das heißt doch, ich schiebe die Steuer nur nach hinten?

Meine konkreten Fragen:
1. Lohnt sich das für jemanden wie mich, der jetzt schon gut verdient und im Rentenalter vermutlich auch keinen dramatisch niedrigeren Steuersatz haben wird?
2. Wie genau wird die Grundzulage verrechnet – kommt die direkt aufs Depot oder wird die mit dem Steuervorteil verrechnet?
3. Ich will das Depot als ETF-Rente führen, also kein Versicherungsprodukt. Gibt es da steuerlich irgendwas zu beachten?

Ich bin seit einigen Jahren in ETF-Sparpläne investiert, hab also ein gewisses Grundwissen, aber das Zusammenspiel Förderung + Steuer beim neuen Depot ist für mich noch nicht wirklich greifbar. Freue mich über konkrete Erfahrungen oder Rechenbeispiele, keine Theorie-Aufsätze bitte 😄

Grüße, Marco


4 Antworten
Markus H.
Beiträge: 21
(@markus_h_1985)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Ich helf meiner Schwester gerade auch beim Thema Einstieg, daher kenn ich die Fragen die du stellst gut.

Ein wichtiger Punkt den Marcus schon angesprochen hat: Die Grundzulage ist kein Steuerbonus sondern ein direkter staatlicher Zuschuss der auf dein Depot gebucht wird. Du musst aber den Mindesteignenbeitrag leisten damit du die volle Zulage bekommst – das ist glaube ich ein oft übersehener Punkt. Der liegt prozentual am rentenversicherungspflichtigen Vorjahreseinkommen, also nicht einfach pauschal.

Zur Frage ob sich das für dich als Besserverdiener lohnt: Kommt wirklich drauf an. Der Steuerstundungseffekt plus die Zulage als echter Kapitalzuwachs macht das in meinen Augen auch für höhere Einkommensklassen attraktiv, besonders wenn du einen langen Anlagehorizont hast und in ETFs investierst. Beim ETF-Depot ohne Garantie wächst halt mehr Kapital steuerfrei durch, das sollte man nicht unterschätzen.

Ein Rechenbeispiel das mir geholfen hat: 40 Jahre Laufzeit, 3% Rendite, einmal mit laufender Abgeltungssteuer vs. ohne – der Unterschied ist erheblich. Die Grundzulage macht das dann nochmal attraktiver.


Antwort
Lena29
Beiträge: 40
(@lena29)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Ich bin da ganz ehrlich etwas skeptisch bei ETFs ohne Garantie, auch wenn der Steuervorteil klingt gut. Bei langen Laufzeiten stimmt das sicher, aber was wenn man kurz vor Rente ein schlechtes Börsenjahr erwischt? Ich hab mich bei Hybridpolicen umgeschaut (Hybridpolice fürs AVD: Wie viel Garantieanteil ist sinnvoll?) und finde den Kompromiss eigentlich interessant. Für mich persönlich ist Sicherheit wichtiger als der maximale Steuerhebel.


Antwort
Marcus W.
Beiträge: 16
(@marcus-weber)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Hey Marco,

das ist genau die richtige Frage, die man sich stellen sollte bevor man einfach loslegt. Ich hab mich damit auch intensiv beschäftigt, weil ich das Depot möglichst optimal aufstellen will.

Zum Steuerthema kurz und konkret: Ja, du verschiebst die Steuer nach hinten – aber das ist nicht per se schlecht. Erstens profitierst du jetzt vom höheren Grenzsteuersatz (Steuerstundungseffekt), und die Zulage kommt obendrauf als echter Zuschuss. Zweitens ist der entscheidende Hebel, wie hoch dein tatsächlicher Steuersatz im Rentenalter ist. Wer dann deutlich weniger zu versteuerndes Einkommen hat, gewinnt. Bei dir als Gutverdiener ohne Kinder könnte der Vorteil tatsächlich kleiner sein als bei jemandem in niedrigerer Steuerklasse – das sollte man ehrlich einkalkulieren.

Zur Grundzulage: Die wird nach meinem Verständnis direkt auf das Depot gebucht, also sie erhöht das tatsächlich angelegte Kapital. Das ist kein reiner Steuerrabatt, sondern ein echter Zufluss – das ist ein wichtiger Unterschied.

Für dein ETF-Depot gilt dann im Grunde: Keine Abgeltungssteuer während der Laufzeit auf Kursgewinne, alles wird erst bei Auszahlung als Einkommen versteuert. Das ist für ETFs mit langen Laufzeiten eigentlich der stärkste Vorteil, weil der Zinseszinseffekt ohne laufende Steuerbelastung deutlich stärker wirkt.

Ich hab mich nebenbei auch schon damit beschäftigt, wie ich das Depot als Standarddepot optimal ausgestalte – da gibt's noch einige Details zur ZfA-Abwicklung die ich noch nicht vollständig überblicke. Vielleicht macht das hier nochmal jemand auf.


Antwort
Nina95
Beiträge: 48
(@nina95)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 5 Monaten

Ich bin auch gerade dabei, das mit der Besteuerung zu durchdringen – ich hab in einem anderen Thread schon zu dem Thema nachgefragt: Nachgelagert besteuert – gilt das auch für alte Versicherungsverträge ab 2027?

Was mich bei deiner Frage auch interessiert: Gilt die nachgelagerte Besteuerung dann für den kompletten Auszahlungsbetrag (also inkl. Kursgewinne und Zulage), oder gibt es da Freibeträge oder Teilfreistellungen wie bei normalen ETFs? Bei der Abgeltungssteuer gibt es ja den Sparerpauschbetrag – sowas fällt beim AVD-Depot ja dann komplett weg oder?

Ich bin noch nicht sicher ob ich ein ETF-Depot oder eher was mit Garantieanteil nehmen soll, aber das Steuer-Thema ist für mich entscheidend. Vielleicht weiß da jemand mehr.


Antwort
Teilen: