Moin zusammen, ich nutze ja seit Jahresbeginn das neue Altersvorsorgedepot und fahre ganz gut damit mit der vollen Grundzulage. Aber jetzt im Sommer habe ich mich mal intensiver mit dem Vergleich zu meinem alten Riester-Vertrag beschäftigt und bin auf eine Frage gestoßen, die mir nicht aus dem Kopf geht.
Bei Riester hattest du ja immer diese garantierte Mindestrente – nervtötend mit den Gebühren, klar, aber psychological safety war da. Beim neuen Depot 2027 scheint mir das komplett wegzufallen. Man investiert in ETFs, kann im worst case ordentlich Verluste machen, und die Förderung ist weg wenn man das Geld vorher rausnimmt.
Meine Frage: Wo ist denn der Vorteil gegenüber Riester, außer dass ich sparen kann bei den Gebühren? Ist das wirklich nur ein trade-off zwischen Sicherheit und Rendite-Chancen? Oder übersehe ich da was bei der Frühstart-Rente oder der Grundzulage?
Vielleicht können die erfahrenen hier mal ehrlich sagen – für wen ist das Altersvorsorgedepot wirklich besser als das alte System?
Interessante Analyse-Perspektive. Ich habe mir die durchschnittlichen Effektivkosten zwischen klassischen Riester-Fonds und dem neuen Depot genauer angesehen – und da wird's konkret: Riester-Verträge liegen durchschnittlich bei 1,2–1,8% p.a. Gesamtkostenquote, davon fast ein Drittel versteckte Gebühren. Ein modernes Altersvorsorgedepot mit günstigen ETFs schafft das unter 0,4%.
Die fehlende Garantie ist kein Nachteil, sondern Feature: Das Geld wächst stärker. Bei 40 Jahren Sparzeit bedeutet das in realen Zahlen eine erhebliche Differenz – rechnet man die Zinseszinseffekte durch, kann die fehlende Garantie sogar zum Vorteil werden, wenn man in breiten Märkten anlegt.
Klaus, guter Punkt – aber auch eine Falschannahme? Du verwechselst "Garantie" mit "Sicherheit". Riester-Garantie bedeutet oft: dein Kapital + eingezahlte Beiträge, inflationsbereinigt null Prozent real. Das ist faktisch Kapitalverlust.
Mit dem neuen Depot und Sparplan-Strategie – wie ich das tracke – ist die erwartete Rendite deutlich höher. Die "Flexibilität" ist auch underrated: Du kannst rebalancen, anpassen, optimierst laufend statt starr zu laufen wie bei Riester.
Gute Frage, Klaus! Das ist genau der Punkt, wo sich die Philosophie unterscheidet. Die Garantie bei Riester war ja auch ein Illusion – bei den Kosten blieb oft nicht viel vom Zins über, der Staat hat das de facto mitfinanziert.
Beim Depot kriegst du stattdessen echte Rendite-Chancen, wenn du clever anlegst. Und die Grundzulage ist nicht weniger wert, nur eben nicht garantiert – aber wenn du die Regeln einhältst, passiert da nichts.
Der große Vorteil für mich: Ich sehe mein Geld wachsen, kann flexibel reagieren, und zahle weniger Gebühren. Das ist langfristig deutlich mehr wert als Riester-Garantie.