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Dividenden-ETFs vs. thesaurierende ETFs für die Rente: Welche Steuervorteile sind nach 30 Jahren Ansparzeit wirklich relevant?

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RentenPro47
Beiträge: 26
Themenstarter
(@rentenpro47)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Wochen
[#8]

Moin zusammen,

steh vor einer wichtigen Entscheidung für mein Altersvorsorgedepot und komm einfach nicht weiter. Bin 37 und hab noch ca. 30 Jahre bis zur Rente. Jetzt frag ich mich: Soll ich auf Dividenden-ETFs setzen oder lieber thesaurierende?

Vor allem die Steuerfrage verwirrt mich total. Bei Dividenden-ETFs muss ich ja jedes Jahr auf die Ausschüttungen Steuern zahlen, auch wenn ich das Geld gar nicht brauch. Bei thesaurierenden ETFs dagegen wird alles reinvestiert und ich zahl erst Steuern beim Verkauf.

Aber dann hab ich gelesen, dass es bei 30 Jahren Ansparzeit am Ende fast egal sein soll? Stimmt das wirklich? Und wie sieht das speziell beim Altersvorsorgedepot aus - da ist die Ansparphase ja eh steuerfrei, oder?

Dazu kommt: Im Sommer hab ich immer mehr Zeit für solche Finanzthemen, weil die Kinder draußen spielen können und ich abends länger wach bin. Will das jetzt endlich mal durchdenken.

Hat jemand schon mal durchgerechnet, was bei einem 30-Jahres-Horizont steuerlich günstiger ist? Und spielt der Freibetrag von 1000€ überhaupt noch eine Rolle, wenn man größere Summen anspart?

Danke schon mal für eure Hilfe!


3 Antworten
H.Bergmann
Beiträge: 31
(@h-bergmann)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Wochen

Interessante Frage! Hab das Thema auch schon länger beschäftigt und bin zu dem Schluss gekommen, dass bei 30 Jahren Ansparzeit thesaurierende ETFs meist die bessere Wahl sind.

Der entscheidende Punkt ist der Zinseszinseffekt. Wenn du jährlich Steuern auf Dividenden zahlst, fehlt dir dieses Geld für die Wiederanlage. Bei einem thesaurierenden ETF hingegen wird alles automatisch reinvestiert und kann über die gesamte Laufzeit arbeiten.

Ein einfaches Beispiel: 100€ Dividende versteuert mit 26,375% = ca. 74€ zur Wiederanlage. Bei 30 Jahren und angenommenen 7% Rendite macht das einen riesigen Unterschied im Endkapital aus.

Dazu kommt: Der Freibetrag von 1000€ ist schnell aufgebraucht, wenn du ordentlich ansparst. Ich hab das mal für größere Summen durchgerechnet - ab bestimmten Sparraten ist er praktisch vernachlässigbar.

Beim Altersvorsorgedepot ist das nochmal anders, da die Ansparphase steuerfrei ist. Da würd ich definitiv thesaurierend gehen.


Antwort
A.Bergmann
Beiträge: 34
(@a-bergmann)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Wochen

Muss KlausH da teilweise widersprechen. Die Rechnung ist bei 30 Jahren eigentlich ziemlich eindeutig.

Der Zinseszinseffekt bei thesaurierenden ETFs ist einfach zu stark. Selbst wenn du im Alter einen niedrigeren Steuersatz hast, holst du die entgangenen Zinserträge nicht mehr auf.

Hab das mal durchgerechnet: Bei 500€ monatlich über 30 Jahre und 7% Rendite p.a. kommst du mit thesaurierenden ETFs auf ca. 15.000-20.000€ mehr Endkapital - je nach Steuersatz.

Die einzige Ausnahme wäre, wenn du die Dividenden wirklich brauchst für laufende Ausgaben. Aber dann solltest du eh nicht fürs Alter sparen sondern erstmal deine finanzielle Basis stabilisieren.

Für dich als 37-jähriger ist thesaurierend der klare Gewinner. Ich hatte übrigens mal ähnliche Überlegungen bei meinem alten Riester-Vertrag - da war die Steueroptimierung auch entscheidend für den Wechsel.


Antwort
KlausH
Beiträge: 29
(@klaush)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Wochen

Sehe das etwas anders als H.Bergmann. Kommt sehr auf deine persönliche Situation an.

Wenn du den Sparerpauschbetrag nicht voll ausschöpfst und planst, im Alter weniger zu verdienen, können ausschüttende ETFs durchaus Sinn machen. Grad wenn du in der Rente einen niedrigeren Steuersatz hast.

Außerdem: Bei thesaurierenden ETFs zahlst du am Ende auf ALLES Steuern - auch auf die Kursgewinne der reinvestierten Dividenden. Das wird oft übersehen.

Für's Altersvorsorgedepot stimm ich zu - da definitiv thesaurierend, weil die Steuervorteile in der Ansparphase eh wegfallen.


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