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ESG-ETFs im Altersvorsorgedepot: Rendite vs. Gewissen?

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Marcus K.
Beiträge: 16
Themenstarter
(@marcus_1988)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten
[#99]

Hallo zusammen,

ich bin gerade dabei, meine Depotauswahl für 2027 zu analysieren und stoße immer wieder auf die Frage: Lohnen sich ESG-ETFs wirklich im neuen Altersvorsorgedepot, oder zahle ich da einfach höhere Gebühren für ein gutes Gewissen?

Mein Hintergrund: Ich verdiene als Projektmanager ganz ordentlich und möchte die Steuervergünstigungen des AVD optimal nutzen. Aktuell überlege ich zwischen einem breiten MSCI World (günstiger) und einem ESG-screened MSCI World (teurer). Beide sind im Depot förderfähig, aber:

1. Wie wirken sich die höheren TERs von ESG-Varianten langfristig auf meine Förderrendite aus?
2. Gibt es bei der Grundzulage oder dem Steuerabzug Unterschiede zwischen Standard- und ESG-Varianten?
3. Einige ESG-ETFs schließen ganze Sektoren aus – wird das bei 30+ Jahren Laufzeit zum Performance-Problem?

Ich möchte nicht einfach dem Trend folgen, sondern verstehen: Zahle ich da für echte Wertsteigerung oder für Marketing? Wie rechnet ihr das durch?


4 Antworten
Frank_78
Beiträge: 63
(@frank_78)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 5 Monaten

Gute Frage. Ich bin gerade selbst im Umbruch vom Riester-System ins neue Depot und beschäftige mich intensiv mit der Anbieterauswahl. Was ich festgestellt habe: Die Förderung ist unabhängig vom ETF-Typ. Ob ESG oder Standard – Grundzulage und Steuerabzug funktionieren gleich. Das heißt, deine Rentabilität hängt wirklich am TER und der Wertentwicklung des Index ab. Bei ESG zahlst du oft 0,2–0,5% mehr TER. Ob das über 30 Jahre wieder reingespielt wird, hängt von der tatsächlichen Outperformance ab – und da bin ich ehrlich skeptisch. Hast du die ZfA-Verfahren schon recherchiert für deinen Riester-Wechsel?


Antwort
Thomas77
Beiträge: 50
(@thomas77)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 5 Monaten

Alle reden nur von TER, aber kaum einer über das echte Problem: ESG-Screening ist subjektiv und ändert sich ständig. Was 2024 als "nachhaltig" gilt, ist 2030 vielleicht schon wieder out. Du bindest dich in deinem Altersvorsorgedepot auf Jahrzehnte. Diese Volatilität bei den Auswahlkriterien ist oft übersehen. Standard-Indizes sind da deutlich stabiler – auch wenn weniger hip.


Antwort
VorsorgePro58
Beiträge: 60
(@vorsorgepro58)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 5 Monaten

Aus der Perspektive eines Selbstständigen: Nachhaltig zu sparen ist keine Frage des ETF-Labels, sondern der Disziplin. Wenn ein ESG-ETF dich motiviert, regelmäßig einzuzahlen, ist das wertvoll. Wenn du dafür aber auch nur eine Chance weniger Performance kriegst – dann würde ich eher beim Standard-MSCI World bleiben und die Differenz bewusst spenden. Effektiver für dein Gewissen und deine Rendite. Das neue Altersvorsorgedepot ab 2027 sollte da auch kritisch diskutiert werden: Marketing-Versprechen vs. Realität.


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Kritiker_77
Beiträge: 44
(@kritiker_77)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 5 Monaten

Moment – da wird wieder viel Nebel verbreitet. ESG-ETFs sind nicht automatisch schlecht, aber die Anbieter versprechen Rendite UND Gewissen gleichzeitig. Das funktioniert nicht. Sektorausschlüsse kosten Performance, das ist empirisch belegt. Wenn du mit ESG einsteigen möchtest, musst du akzeptieren, dass du wahrscheinlich 0,5–1% p.a. weniger Rendite kriegst. Das kann über 30 Jahre massive Unterschiede ausmachen (Zinseszinseffekt). Die Förderung gleicht das nicht aus. Ehrlich gesagt: Wenn Gewissen wichtig ist, mach es bewusst – aber rechne nicht mit besserer Rendite.


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