Hallo zusammen, nach 15 Jahren als Selbstständiger bin ich jetzt wieder angestellt und möchte mich intensiver mit dem Übergang vom alten Riester-Vertrag ins neue Altersvorsorgedepot 2027 beschäftigen.
Beim Durchlesen der ganzen Infos zum Altersvorsorgereformgesetz frage ich mich aber auch: Wie viele verschiedene ETFs brauche ich eigentlich wirklich? Ich sehe überall diese Portfolios mit 4, 5 oder sogar 6+ verschiedenen ETFs (Welt, Europa, Emerging Markets, Rohstoffe, Anleihen...), aber ich bin mir unsicher, ob das für mich im Altersvorsorgedepot sinnvoll ist.
Mein Plan wäre eher: Ein globaler MSCI World und eventuell noch ein Emerging Markets ETF. Das sollte doch reichen für 30+ Jahre, oder? Mich interessiert vor allem, wie die ZfA-Verfahren beim Übertrag meines alten Riester-Vertrags konkret ablaufen – und ob das auch auf die ETF-Auswahl auswirkt, die ich dann ab 2027 im neuen Depot wähle.
Wie handhabt ihr das? Einfach halten oder lieber breit diversifizieren?
Ich sag's dir aus 25 Jahren Praxis: Zwischen 2 und 4 ETFs ist ideal für die meisten. Dein Plan mit World + EM ist völlig in Ordnung. Mehr wird schnell zur Verwaltungsbürde, weniger riskiert zu viel Konzentration. Bei dem Übertrag über ZfA brauchst du dir keine Sorgen um die ETF-Auswahl machen – das läuft unabhängig. Was wichtiger ist: Schau dir die Gebührenstrukturen der Anbieter an, die den Übertrag abwickeln. Da gibt's große Unterschiede.
Meine Erfahrung aus den Standarddepot-Strategien zeigt: Bei regelmäßigen Sparraten (nicht Einmalanlage) bringt ein dritter ETF – zB Anleihen-Quote oder Rohstoffe zur Volatilitätsdämpfung – tatsächlich was. Aber dafür brauchst du nicht mehr. Zu deiner ZfA-Frage: Der Übertrag des Riester-Guthabens wird beim neuen Anbieter auf dein AVD 2027 übernommen. Die ETF-Auswahl kannst du dann NEU treffen – du bist da nicht gebunden.
Frank, das hängt wirklich stark von deiner persönlichen Steuersituation ab. Du magst denken, das ist reine Anlagepolitik – aber im Altersvorsorgedepot musst du die nachgelagerte Besteuerung im Blick haben. Mit weniger ETFs, dafür höherem Rebalancing-Rhythmus, entsteht unter Umständen mehr steuerbarer Gewinn, den du im Alter versteuern musst. Ein zweiter MSCI World ETF (zB zur Diversifikation des Emittenten-Risikos) kostet dich steuerlich aber weniger als gedacht, wenn du thesaurierend wählst. Zu deinen ZfA-Fragen: Der Übertrag selbst ist ein separates Verfahren, beeinflusst aber deine Depot-Struktur ab 2027 nicht mehr.