Hallo zusammen,
stehe gerade vor einer Entscheidung und könnte euren Input gebrauchen. Hab vor zwei Wochen 30.000€ geerbt (Oma) und überlege jetzt, wie ich das am klügsten anlege.
Zur Situation: Bin 34, bespare bereits seit 3 Jahren einen MSCI World ETF mit 400€/Monat über mein normales Depot. Läuft gut, bin bei knapp 16k angelangt. Gleichzeitig plane ich natürlich fürs neue geförderte Altersvorsorgedepot ab 2027 - da will ich dann die vollen 3.000€ jährlich reinbuttern.
Now die Frage: Soll ich die 30k komplett in meinen bestehenden ETF-Sparplan ballern (dann hätte ich schon mal eine solide Basis) oder lieber einen Teil "parken" und 2027 als Startkapital ins geförderte Depot? Oder vielleicht sogar alles bis 2027 warten?
Der Sommer gibt mir gerade Zeit zum Nachdenken, aber die Unsicherheit nagt. Einerseits sind 1,5 Jahre "verlorene" Zeit am Markt nicht ohne, andererseits ist die Förderung ab 2027 schon verlockend. Was würdet ihr machen?
Danke schonmal!
Da muss ich Stefan widersprechen - die Förderung ist schon ein wichtiger Baustein, den man nicht unterschätzen sollte. 30-40% staatliche Zulage bekommst du am normalen Markt nicht geschenkt.
Mein Tipp wäre tatsächlich eine Aufteilung, aber anders: 20k jetzt investieren, 10k für 2027 zurücklegen. So nutzt du den Großteil der Zeit am Markt, hast aber auch einen ordentlichen Start ins geförderte Depot.
Die 10k könntest du in einem Festgeld mit Laufzeit bis Ende 2026 parken - gibt aktuell noch um die 3% p.a. Das ist zwar nicht berauschend, aber besser als nichts. Und du weißt genau, dass das Geld 2027 verfügbar ist.
Also ehrlich gesagt versteh ich die ganze Warterei nicht. Du sparst doch eh schon 400€/Monat, das sind fast 5k pro Jahr. Da kommst du auch ohne die Erbschaft gut voran.
Ich würde das Erbe komplett in den bestehenden Plan und ab 2027 einfach zusätzlich die 3k ins geförderte Depot. Dann hast du zwei getrennte Säulen: Einmal deine flexible Anlage (kannst du jederzeit ran wenn's eng wird) und einmal die geförderte Altersvorsorge.
Und mal ehrlich: Bei der aktuellen Zinslage ist Tagesgeld auch kein wirklicher Inflationsschutz. Lieber die 30k arbeiten lassen.
Hmm, seh ich anders. Die Förderung ist schon heftig - je nach Einkommen kriegst du bis zu 1.200€ Zulage pro Jahr obendrauf. Das sind 40% Rendite garantiert!
Ich würd einen Kompromiss machen: 15k jetzt in den ETF, 15k parken für 2027. So hast du das Beste aus beiden Welten. Das geparkte Geld kannst du ja nicht einfach unterm Kopfkissen lassen - pack es in Tagesgeld oder kurze Anleihen, dann verlierst du nicht alles.
Klar sind 1,5 Jahre "verlorene" Zeit, aber die Förderung ist eben auch nicht von schlechten Eltern. Und mit 34 hast du noch genug Zeit zum Aufholen.
Spontan würde ich sagen: Time in the market beats timing the market. Die 30k jetzt anlegen ist meiner Meinung nach die bessere Wahl, als 1,5 Jahre zu warten.
Überleg mal so: Selbst wenn du ab 2027 die Förderung mitnimmst, kannst du trotzdem parallel deinen normalen ETF weiterlaufen lassen. Die 30k arbeiten jetzt schon für dich, während du ab 2027 zusätzlich die 3k pro Jahr ins geförderte Depot steckst.
Klar, die Förderung ist nice to have, aber 18 Monate Wartezeit sind halt auch 18 Monate ohne Rendite. Bei historisch ca. 7% p.a. würdest du statistisch gesehen mehr verlieren als die Förderung später bringt.
Btw, ich hatte im anderen Thread zu Zinsentwicklung bei Riester & Co auch schon mal geschrieben: Warten lohnt sich selten. Würde die 30k jetzt investieren und 2027 dann separat mit den geförderten 3k/Jahr starten.