Hallo zusammen,
ich mache mir gerade in der Sommerferienzeit ein paar Gedanken über meine Altersvorsorge, weil die Kinder zu Hause sind und ich mal mehr Zeit zum Nachdenken habe.
Ich arbeite seit einigen Jahren in Teilzeit, aktuell so 25-28 Stunden die Woche. Das war eine bewusste Entscheidung wegen der Familie, aber natürlich bedeutet das auch: weniger Brutto, weniger gesetzliche Rente, weniger Spielraum für private Vorsorge. Mit dem neuen geförderten Altersvorsorgedepot ab 2027 frage ich mich jetzt, wie ich das möglichst optimal nutzen kann, obwohl mein verfügbares Einkommen begrenzt ist.
Konkret beschäftigt mich folgendes: Lohnt sich der Maximalbeitrag überhaupt bei einem Teilzeiteinkommen, oder ist das unrealistisch? Ich habe gelesen, dass es eine staatliche Zulage gibt – kriege ich die auch bei Teilzeit voll, oder ist die irgendwie ans Einkommen gekoppelt? Und macht es Sinn, eher wenig aber regelmäßig einzuzahlen, oder ab und zu größere Beträge wenn mal etwas übrig bleibt?
Ich bin kein Finanzprofi und tue mich manchmal schwer damit, die ganzen Regelungen auseinanderzuhalten. Bin für jeden verständlichen Hinweis dankbar. Vielleicht gibt es hier auch andere, die Teilzeit arbeiten und schon konkrete Erfahrungen mit der Planung gemacht haben?
Danke schon mal,
Werner
Werner, ich kenn das Thema gut, weil ich mich auch intensiv mit den Förderdetails beschäftigt habe. Die Zulage ist tatsächlich ein Sockelbetrag, der an einen Mindestegenbeitrag geknüpft ist. Das heißt, du musst einen bestimmten Prozentsatz deines beitragspflichtigen Vorjahreseinkommens einzahlen, um die volle Zulage zu erhalten. Bei Teilzeit ist das Einkommen niedriger, also ist auch der absolute Mindestbetrag niedriger – das ist eigentlich ein Vorteil für Teilzeitler!
Was mich beim Thema Teilzeit und Vorsorge noch beschäftigt: Die Rentenlücke ist bei Teilzeit strukturell größer, weil weniger Entgeltpunkte in der GRV gesammelt werden. Das neue Depot kann das zumindest teilweise ausgleichen, aber man sollte sich da keine Illusionen machen – es ist ein Baustein, kein Vollersatz.
Ich hab mich ja schon länger mit den Förderbeträgen befasst, das war auch Thema im Thread zum Koalitionsvertrag 2025. Da wurde deutlich, dass die genauen Zahlen noch nicht komplett in Stein gemeißelt sind, also würde ich noch auf finale Bekanntmachungen warten bevor man alles zu genau durchplant.
Ich seh das ein bisschen pragmatischer als die Vorredner – bei Teilzeit ist die wichtigste Frage erstmal: was kannst du wirklich monatlich entbehren, ohne dass es bei einem unerwarteten Engpass eng wird? Ich hab im Thread über den Einstieg mit 1.800€ netto schon versucht das durchzurechnen – das Prinzip gilt bei Teilzeit genauso.
Kleine, konstante Beträge schlagen meiner Meinung nach unregelmäßige Einmalzahlungen fast immer, psychologisch und rechnerisch. Und die Zulage kriegst du anteilig, solange der Mindestbeitrag stimmt – also muss das nicht riesig sein.
Den Maximalbeitrag komplett ausschöpfen würde ich erst anstreben wenn dein Budget das wirklich locker hergibt.
Stimmt alles was die anderen sagen, aber ich will noch einen Aspekt ergänzen: Teilzeit bedeutet ja oft auch dass man flexibler ist was Beitragspausen angeht – z.B. wenn im Sommer die Ferienbetreuung teurer wird oder mal eine Autoreparatur reinkommt. Das neue Depot soll da ja einiges an Flexibilität bieten, hab ich mich schon früher mit beschäftigt. Also kein Grund zur Panik wenn mal ein Monat weniger drin ist.
Hallo Werner,
gute Frage, ich hab mich das am Anfang auch gefragt. Kurze Antwort vorab: Die staatliche Grundzulage ist soweit ich das verstehe nicht direkt ans Einkommen gekoppelt – die bekommt man als förderberechtigte Person unabhängig davon, ob man Vollzeit oder Teilzeit arbeitet, solange man den Mindestbeitrag einzahlt. Was natürlich variiert ist der steuerliche Effekt, weil der bei niedrigerem Einkommen und damit niedrigerem Grenzsteuersatz geringer ausfällt. Da lohnt es sich, das mal durchzurechnen.
Zum Thema regelmäßig vs. unregelmäßig: Ich persönlich setze auf kleine aber konstante Beträge, das hab ich auch schon im Thread über den Einstiegsbetrag geschrieben. Der Cost-Average-Effekt hilft gerade bei schwankenden Märkten, und man gewöhnt sich ans Sparen ohne dass es wehtut.
Den Maximalbeitrag würde ich bei Teilzeit nicht erzwingen – lieber nachhaltig sparen als sich zu übernehmen und dann komplett aufzuhören.