ETFsparplan34 spricht einen validen Punkt an, den ich von der steuerlichen Seite ergänzen möchte. Im Altersvorsorgedepot 2027 profitiert man von der nachgelagerten Besteuerung, was bedeutet: Umschichtungen innerhalb des Depots sind steuerneutral. Das ist eigentlich ein starkes Argument PRO Faktor-Strategie, weil man Rebalancing zwischen den Faktoren ohne steuerliche Reibungsverluste durchführen kann. In einem normalen Depot würde jedes Umschichten realisierte Gewinne triggern – hier nicht.
Das ändert die Kosten-Nutzen-Rechnung erheblich. Wer also eine Faktor-Rotation ernsthaft betreiben möchte, ist im Altersvorsorgedepot tatsächlich besser aufgehoben als in einem freien Depot.
Zur Gewichtungsfrage: Ich würde keine statische Gewichtung empfehlen. Faktor-Prämien zeigen Zyklizität, eine leichte Übergewichtung von Momentum in Trendphasen und Value in Mean-Reversion-Phasen wäre theoretisch sinnvoller – aber das setzt voraus, dass man die Phasen rechtzeitig erkennt, was praktisch kaum gelingt.
Bin da ehrlich gesagt etwas skeptisch. Faktor-ETFs klingen toll in der Theorie aber in der Praxis kommen da schnell mehrere Probleme zusammen: höhere TER als einfache All-World ETFs, Faktor-Crowding wenn alle dasselbe machen, und das Rebalancing zwischen drei Faktor-ETFs zusätzlich zum Basisinvestment wird ziemlich aufwendig. Für ein gefördertes Langzeitdepot wo man eh nicht ständig rumschrauben soll... weiß ich nicht ob das wirklich der richtige Ansatz ist.