Hallo zusammen,
ich bin seit ein paar Wochen intensiv dabei, mich auf das Altersvorsorgedepot 2027 vorzubereiten, und stoße immer wieder auf dieselbe Frage: Wie wähle ich ETFs so aus, dass ich den Sonderausgabenabzug wirklich optimal ausschöpfe?
Mein Hintergrund: Ich arbeite als Projektmanager in der IT, verdiene ganz gut, zahle entsprechend Steuern – und genau deshalb interessiert mich der steuerliche Hebel beim neuen Depot besonders. Mir ist klar, dass ich möglichst nah an den maximalen Förderbetrag herangehen sollte, um den vollen Abzug zu bekommen. Aber welche Rolle spielt dabei eigentlich die konkrete ETF-Auswahl?
Konkret frage ich mich:
- Gibt es Gründe, bestimmte ETF-Typen zu bevorzugen, wenn man den Sonderausgabenabzug voll ausreizen will?
- Macht es steuerlich einen Unterschied, ob ich z.B. auf einen breiten Welt-ETF setze oder ob ich diversifizierter aufstelle (z.B. mehrere Regionen oder Segmente)?
- Hat jemand bereits eine klare Strategie entwickelt, die sowohl auf Rendite als auch auf maximale steuerliche Wirkung ausgerichtet ist?
Ich suche hier keine Finanzberatung, sondern Erfahrungen und Gedanken aus der Community. Gerade weil das Depot erst 2027 startet, ist jetzt der richtige Zeitpunkt, sich das in Ruhe zu überlegen.
Freue mich auf eure Einschätzungen!
S.Bergmann
Kurze Ergänzung aus ZfA-Sicht: Für den Sonderausgabenabzug ist ausschließlich relevant, dass du in einem zugelassenen Altersvorsorgeprodukt sparst und den Sockelbetrag erfüllst. Die ETF-Auswahl innerhalb des Depots ist der Zulagenstelle vollkommen egal – die prüft das nicht. Also ruhig die ETF-Strategie nach Renditegesichtspunkten optimieren, ohne dabei den steuerlichen Aspekt zu vermengen. Beides getrennt angehen ist der richtige Weg.
Ich sehe das ähnlich wie Matthias, aber möchte noch einen Punkt ergänzen: Die ETF-Auswahl kann indirekt trotzdem relevant sein, wenn man über die Auszahlungsphase nachdenkt. Nachgelagerte Besteuerung bedeutet ja, dass die Erträge im Alter versteuert werden – und da kann ein höheres angespartes Kapital durch renditestarke ETFs den Unterschied machen.
Ich selbst überlege, ob ich neben einem Basis-ETF auch Rohstoff-ETFs beimische. Bin da noch nicht entschieden, schaue mir das Thema Kaufkraftsicherung über Jahrzehnte genauer an, hatte dazu auch schon was geschrieben: Kaufkraft über 40 Jahre sichern – was ist realistisch planbar?
Aber zur eigentlichen Frage: Für den Sonderausgabenabzug selbst ist die ETF-Wahl tatsächlich egal. Du musst nur sicherstellen, dass du im förderfahigen Depot investierst und den Betrag nicht unter dem Maximum lässt.
Gute Frage, die ich mir selbst auch gestellt habe. Aus meiner Erfahrung würde ich das trennen: Der Sonderausgabenabzug hängt primär davon ab, wie viel du einzahlst – nicht davon, in welche ETFs das Geld dann fließt. Das heißt, die steuerliche Wirkung ist erstmal unabhängig von der ETF-Auswahl. Entscheidend ist, dass du den geförderten Maximalbetrag vollständig ausschöpfst.
Wo die ETF-Auswahl dann doch reinspielte: auf der Renditeseite. Und da mehr Rendite langfristig mehr Kapital bedeutet, wirkt sich eine gute Fondsstrategie natürlich indirekt auf die Gesamtbilanz aus. Ich setze für mein geplantes Depot auf einen breiten Welt-ETF als Kern – einfach weil ich in den nächsten Jahren bis zur Rente keine unnötige Komplexität will. Hatte früher mal überlegt, ob ich Rohstoffbeimischungen sinnvoll finde, dazu hatte ich Wasserstoff-Rohstoffe im Altersvorsorgedepot – zu früh oder genau richtig? diskutiert – mein Fazit damals: für den Kern lieber nicht.
Kurz gesagt: Sonderausgabenabzug maximieren = Einzahlungshöhe optimieren. ETF-Auswahl = separat denken, auf langfristige Rendite ausrichten.
Ich bin da ehrlich gesagt noch etwas überfragt was die steuerlichen Details angeht 😅 Aber interessant finde ich den Punkt mit der nachgelagerten Besteuerung – das hab ich gerade erst in einem anderen Thread versucht zu verstehen, Nachgelagert besteuert – gilt das auch für alte Versicherungsverträge ab 2027?. Noch bin ich da nicht ganz durchgestiegen.
Was ich aber mitnehme: Sonderausgabenabzug und ETF-Wahl scheinen zwei getrennte Themen zu sein. Das hilft mir ehrlich gesagt schon weiter, weil ich bisher dachte die hängen irgendwie direkt zusammen.