Hallo zusammen,
ich bin gerade dabei, meine Vorsorgestrategie aufzubauen und bin jetzt beim Thema ETF-Auswahl hängengeblieben. Nach dieser langen Auszeit bin ich froh, dass ich mit 45 noch anfangen kann, aber ich möchte das richtig machen.
Beim Recherchieren bin ich auf die Unterscheidung zwischen physisch replizierenden und synthetisch replizierenden ETFs gestoßen. Die synthetischen Swap-ETFs sind oft günstiger in der TER, aber ich bin unsicher: Sind die wirklich sicher fürs Altersvorsorgedepot 2027? Die AltZertG-Anforderungen sind ja relativ neu und ich will keine Fehler machen. Kann mir jemand erklären, ob Swap-ETFs vom Anbieter zertifiziert werden müssen und ob die Kontrahentenrisiken für eine lange Ansparphase bis zur Rente vertretbar sind?
Speziell interessiert mich auch: Gibt es beim Geförderten Altersvorsorgedepot spezifische Vorgaben dazu, oder kann ich da frei zwischen beiden Typen wählen? Und würde es Auswirkungen auf die Zulagenanrechnung haben, welche Replikationsmethode ich nutze?
Freue mich auf Erfahrungen und Tipps!
Nadine, die beitragsproportionale Zulagenanrechnung funktioniert unabhängig davon, welche ETF-Struktur du wählst. Das ist eine Frage der ZfA-Abwicklung, nicht der einzelnen ETF-Charakter.
Zur praktischen Seite: Schau auf die Zertifizierungslisten der Anbieter. Vanguard und iShares listen ihre zugelassenen ETFs relativ transparent auf. Bei Swap-ETFs würde ich vor allem auf die Laufzeit und den Counterparty prüfen – das sollte ein großes Institut sein. Für deine Situation als Neueinsteiger mit längerer Ansparphase: physisch replizierend ist anfängerfreundlicher.
Hallo Nadine, gute Frage! Zur beruhigung: sowohl physische als auch synthetische ETFs können im Altersvorsorgedepot 2027 verwendet werden, wenn sie zertifiziert sind. Die Zertifizierung nach AltZertG ist unabhängig von der Replikationsmethode – das ist mehr eine Frage der Gebühren und der internen Struktur des ETF-Anbieters.
Bei Swap-ETFs muss der Anbieter die Kontrahentenrisiken klar offenlegen. Für lange Ansparfristen wie deine (bis 67) würde ich eher zu physisch replizierenden greifen – die sind transparenter und das Kontrahentenrisiko entfällt komplett. Die TER-Ersparnis ist oft minimal, und als Berufseinsteigerin mit Kindern profitierst du ja von der Kinderzulage, da sollte Sicherheit vorrangig sein.
Guter Punkt mit AltZertG. Kurz gesagt: Swap-ETFs sind erlaubt, aber nur wenn zertifiziert. Kontrahentenrisiko ist bei etablierten Anbietern (Deutsche Bank, BNY Mellon) minimal. Allerdings: Für die nachgelagerte Besteuerung im Renteneintritt ist es egal – wichtig ist die langfristige Vermögensbildung. Würde zur physischen Replikation raten, einfach wegen weniger Komplexität bei der Depotanalyse später.