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Mit 45 neu gestartet: Wie hoch darf mein Aktienanteil noch sein?

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Nadine K.
Beiträge: 30
Themenstarter
(@nadine_1979)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten
[#72]

Hallo zusammen,

ich bin etwas spät dran mit der Altersvorsorge – das muss ich offen zugeben. Nach einer längeren Auszeit wegen Familiensituation und Pflege starte ich jetzt mit 45 Jahren quasi bei null neu. Das Geförderte Altersvorsorgedepot 2027 klingt für mich wie eine echte Chance, zumindest noch sinnvoll etwas aufzubauen.

Jetzt stehe ich aber vor einer Frage, die mich wirklich beschäftigt: Wie viel Aktienanteil ist für mich noch realistisch? Ich habe irgendwo gelesen, dass man grob die Formel "100 minus Lebensalter" als Aktienquote nehmen kann – also bei mir etwa 55%. Aber stimmt das noch, wenn man so spät anfängt und eigentlich eine höhere Rendite bräuchte, um überhaupt auf ein anständiges Ergebnis zu kommen?

Andererseits habe ich keinen wirklich langen Zeithorizont mehr bis zur Rente und bin finanziell momentan nicht in der Lage, größere Verluste einfach auszusitzen. Nach den Pflege- und Familienjahren ist mein Puffer sehr überschaubar.

Gibt es im Rahmen des Altersvorsorgedepots 2027 eigentlich Vorgaben dazu, wie hoch der Aktienanteil maximal sein darf, also durch das AltZertG oder durch die Zertifizierungsanforderungen? Oder ist das komplett dem Anbieter und mir überlassen?

Über ehrliche Einschätzungen würde ich mich sehr freuen – auch wenn die Antwort unbequem ist.


3 Antworten
Marco K.
Beiträge: 32
(@marco89)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Kurze Ergänzung noch aus Zahlensicht:

Bei 22 Jahren Ansparzeit bis 67 und einer angenommenen Rendite von 6% p.a. macht der Unterschied zwischen 55% und 75% Aktienanteil grob gerechnet mehrere zehntausend Euro aus – je nach Sparbetrag. Das ist nicht trivial, besonders wenn du wie du sagst später einsteigst und jeden Prozentpunkt Rendite brauchst.

Andererseits: Ein Crash im Jahr 3 oder 4 mit 75% Aktien und dann Panikverkäufe kosten dich deutlich mehr als die paar Prozent gesparte Vorsicht am Anfang. Das lässt sich schwer modellieren, ist aber erfahrungsgemäß der häufigste Fehler.

Für die Frage nach gesetzlichen Obergrenzen: Nein, das AltZertG schreibt keine fixen Quoten vor. Es gibt lediglich die Anforderung, dass das Produkt dem dokumentierten Risikoprofil des Anlegers entsprechen muss. Das ist Anbietersache, nicht Gesetz. Ich würde trotzdem beim Anbieter explizit nachfragen, wie die das intern handhaben – manche haben eigene Leitlinien dazu.


Antwort
Markus B.
Beiträge: 24
(@frhrenteplaner7)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Hallo Nadine,

die "100 minus Alter"-Formel ist ein ganz grober Anhaltspunkt, aber keine verlässliche Regel – schon gar nicht für deinen Fall. Das Problem ist ja: Wenn du mit 45 startest und eigentlich mehr Rendite brauchst, um das Defizit aus den Vorjahren aufzuholen, dann wäre rechnerisch sogar ein höherer Aktienanteil logisch. Gleichzeitig verkleinert sich dein Zeithorizont.

Ich hab mich dazu auch schon intensiver mit dem Thema Rebalancing auseinandergesetzt – da spielt die Aktienquote direkt rein, wie du sie über die Zeit anpasst. Ich würde sagen: 60–75% Aktienanteil ist bei 22 Jahren bis zur Regelaltersgrenze durchaus noch vertretbar, wenn du die Schwankungen mental und finanziell aushälst. Aber das ist eben die Kernfrage.

Zum AltZertG: Meines Wissens schreibt das keine festen Obergrenzen für den Aktienanteil vor, sondern fordert vor allem, dass Anbieter die Eignung prüfen und ein angemessenes Risikoprofil abfragen. Die konkrete Aktienquote liegt dann tatsächlich bei dir und dem Anbieter.


Antwort
Sarah K.
Beiträge: 48
(@vorsorgeneuling)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Ich frag mich auch manchmal wie das mit dem Aktienanteil genau funktioniert, hab ehrlich gesagt noch keine richtige Antwort gefunden 😅

Aber was Petra sagt klingt logisch – lieber erst schauen wie man reagiert bevor man voll reinghet.


Antwort
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