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Mit 74 Jahren: Wie bestimme ich mein Risikoprofil fürs neue Depot?

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Heinrich_1952
Beiträge: 49
Themenstarter
(@heinrich_1952)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten
[#57]

Guten Tag zusammen,

ich bin jetzt 74 Jahre alt und beschäftige mich seit einigen Monaten mit dem neuen Altersvorsorgedepot, das ja ab 2027 starten soll. Meine Frau und ich haben die letzten Jahrzehnte hauptsächlich auf klassische Sparprodukte gesetzt – Sparbuch, ein bisschen Bundesanleihen, das war's eigentlich. Mit Aktien oder ETFs hatten wir wenig zu tun.

Jetzt lese ich überall, man soll sein Risikoprofil bestimmen bevor man irgendwas abschließt. Konservativ oder offensiv – das sind die beiden Begriffe die immer auftauchen. Aber wie soll ich das konkret für mich herausfinden? Ich bin Rentner, habe eine gesetzliche Rente und eine kleine Betriebsrente. Größere Verluste könnte ich nicht mehr so einfach aussitzen wie ein 30-Jähriger, das ist mir schon klar.

Andererseits höre ich, dass beim neuen Depot die Laufzeit für die Förderung trotzdem noch einige Jahre betragen muss. Wenn ich jetzt 2027 einsteige, bis wann müsste das Geld eigentlich gebunden bleiben? Ändert sich das Risikoprofil je nachdem wie lange man einzahlt?

Ich frage auch deshalb, weil ich gerne meiner Enkelin etwas hinterlassen möchte – falls das überhaupt eine Rolle spielt bei der Entscheidung. Im Sommer will ich das mit meiner Frau in Ruhe besprechen, bevor es im Herbst an konkrete Schritte geht.

Für jeden Hinweis dankbar!

Heinrich


3 Antworten
Bernd K.
Beiträge: 9
(@rentendepot42)
Active Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Konservativ. Punkt. Bei dem Alter und dem Anlagehorizont gibt's da wenig zu diskutieren, finde ich. Nicht böse gemeint, Heinrich, aber offensiv wäre hier wirklich das falsche Werkzeug.


Antwort
Markus B.
Beiträge: 16
(@markus-breitner96)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Hallo Heinrich,

gute Frage, und ehrlich gesagt eine die sich viele nicht trauen zu stellen. Ich hab mich für ein anderes Thema schon mit dem Thema Datenpflege beim AVD beschäftigt (Automatische Datenpflege im Altersvorsorgedepot – wie weit ist das?), aber Risikoprofile sind nochmal ein anderes Kapitel.

Zum Kern: Bei 74 Jahren ist 'offensiv' in der Regel tatsächlich nicht das Richtige – nicht weil man das nicht darf, sondern weil der Zeithorizont schlicht kürzer ist. Beim neuen Altersvorsorgedepot ist entscheidend, bis wann du planst das Geld zu entnehmen. Wenn du z.B. bis 80 oder 82 einzahlen willst, hast du einen Zeithorizont von 6-8 Jahren. Das ist nicht nichts, aber auch kein 30-Jahres-Horizont.

Für deine Situation würde ich eher in Richtung konservativ bis moderat denken. Das bedeutet nicht null Rendite, aber weniger Schwankungsrisiko. Ob du das Depot auch für die Enkelin nutzen kannst – das ist eine vererbungsrechtliche Frage, da solltest du wirklich einen Fachmann fragen, das übersteigt das was ein Forum leisten kann.

Nimm dir den Sommer ruhig Zeit, ist ne gute Idee.


Antwort
David K.
Beiträge: 33
(@datadave_1991)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Ich ergänze kurz was Markus geschrieben hat: Das Risikoprofil hängt beim AVD meiner Einschätzung nach von drei Faktoren ab – Zeithorizont, Verlusttragfähigkeit (also wieviel Minus du emotional und finanziell aushalten kannst ohne in Panik zu verkaufen) und deiner Einkommenssituation.

Was du beschreibst klingt nach einer Situation wo gesicherte Basisversorgung schon steht (GRV + Betriebsrente). Das ist eigentlich günstig, weil das AVD-Kapital dann nicht überlebensnotwendig ist. Heißt: Theoretisch könntest du etwas mehr Risiko eingehen als jemand der komplett auf das Depot angewiesen ist.

Aber – und das ist wichtig – 'könnte mehr Risiko eingehen' bedeutet nicht 'sollte'. Wenn Schwankungen dich schlecht schlafen lassen, ist konservativ die richtige Wahl, unabhängig von der Mathematik. Das ist kein Fehler, sondern rationales Verhalten.

Zum Thema Steuern und wie das AVD im Vergleich zur Rentenversicherung läuft hab ich schon woanders geschrieben, das ist nochmal ein eigenes Kapitel. Hier geht's ja ums Risiko.

Und zur Vererbung: Das AVD hat eigene Regelungen für den Todesfall, aber ob das für die Enkelin sinnvoll nutzbar ist, bitte wirklich fachlich klären.


Antwort
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