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Wie viele ETFs sind für das Altersvorsorgedepot 2027 sinnvoll?

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Sabine91
Beiträge: 57
Themenstarter
(@sabine91)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 5 Monaten
[#58]

Hallo zusammen,

ich beschäftige mich gerade in meiner Urlaubsvorbereitung damit, wie ich mein Altersvorsorgedepot ab 2027 aufstellen möchte. Ich sitze hier bei 32 Grad und versuche trotz Hitze, mich durch die ganzen Infos zu wühlen 😅

Meine Frage ist eigentlich relativ simpel, aber ich finde keine eindeutige Antwort: Wie viele ETFs braucht man realistisch für eine vernünftige Diversifikation im neuen Altersvorsorgedepot?

Ich lese einerseits, dass ein einziger MSCI World schon sehr breit aufgestellt ist und man sich keine Gedanken machen muss. Andererseits sehe ich Portfolios mit 5, 6 oder sogar mehr ETFs – Emerging Markets, Small Caps, Europa, Rohstoffe usw.

Mich beschäftigt konkret:
- Macht es wirklich einen Unterschied ob ich 1 oder 3 ETFs habe, oder ist das nur Komplexität ohne echten Mehrwert?
- Ab welcher Anzahl fängt es an, unübersichtlich zu werden und kostet am Ende nur mehr Aufmerksamkeit?
- Gibt es so etwas wie eine "optimale" Untergrenze und Obergrenze?

Ich bin nicht wirklich ein ETF-Profi, habe aber schon ein normales Depot mit einem FTSE All World und frage mich ob das fürs Altersvorsorgedepot genauso funktioniert oder ob man da anders denken sollte wegen der langen Laufzeit und der Förderlogik.

Freue mich über eure Einschätzungen!

Sabine


8 Antworten
MarkusH84
Beiträge: 48
(@markush84)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 5 Monaten

Ich würd mal ne etwas andere Perspektive einwerfen: Die Frage 'wie viele' ist fast weniger wichtig als die Frage 'welche und warum'. Ich hab Leute gesehen die mit 7 ETFs eigentlich nur MSCI World aus verschiedenen Verpackungen hatten – am Ende kaum mehr Diversifikation als mit einem einzigen.

Und dann gibt es Leute mit 2 gut gewählten ETFs die wirklich unterschiedliche Märkte abdecken. Lieber wenige die sich wirklich ergänzen als viele die alle ähnlich laufen. Das gilt für das Altersvorsorgedepot genauso wie für jedes andere langfristige Investment.


Antwort
Frank_78
Beiträge: 63
(@frank_78)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 5 Monaten

Gute Frage, Sabine. Ich hab mich das beim Zusammensuchen meiner Antragsunterlagen auch gefragt – da fängt man automatisch an, über die eigentliche Strategie nachzudenken.

Meine ehrliche Meinung: Für die meisten Leute sind 1–3 ETFs völlig ausreichend. Ein FTSE All World oder MSCI World + Emerging Markets deckt schon einen Großteil der globalen Wirtschaft ab. Mehr ETFs bedeuten nicht automatisch mehr Sicherheit – oft nur mehr Wartungsaufwand.

Das Problem mit vielen ETFs ist, dass man irgendwann den Überblick verliert und anfängt, hektisch umzuschichten wenn einer mal schlecht läuft. Das ist beim Altersvorsorgedepot besonders ungünstig weil man ja langfristig denken sollte. Ich würde sagen: lieber 2 solide Basis-ETFs die man versteht als 7 die man nur halb versteht.


Antwort
A.Bergmann
Beiträge: 62
(@a-bergmann)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 5 Monaten

Ich sehe das etwas differenzierter als Frank.

Die optimale Anzahl hängt meines Erachtens wirklich davon ab, was man abdecken möchte und wie aktiv man das Portfolio pflegen will. Ein einziger globaler ETF ist theoretisch ausreichend diversifiziert, hat aber eine starke US-Lastigkeit (teilweise über 60–65% USA-Anteil). Das muss nicht schlecht sein, ist aber eine bewusste Entscheidung.

Ein klassisches 2-ETF-Portfolio (z.B. MSCI World + Emerging Markets im Verhältnis 70/30) behebt das ein Stück weit. Mit einem dritten ETF, etwa Small Caps, kann man noch etwas ergänzen – aber dann wird es schon granularer.

Ab 4–5 ETFs fängt die Korrelation zwischen den Positionen erfahrungsgemäß an, so hoch zu werden, dass der Diversifikationseffekt kaum noch messbar zunimmt. Die magische Grenze gibt es nicht, aber ich würde persönlich nicht über 3–4 gehen.


Antwort
Markus B.
Beiträge: 26
(@markus8268)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Kurz und knapp: 1 reicht oft schon, 3 ist komfortabel, alles drüber ist meistens Selbstbeschäftigung. Hab selbst lange mit zu vielen Positionen rumgemacht und irgendwann alles auf 2 ETFs zusammengeführt – besser schlafen seitdem 😄

Beim Altersvorsorgedepot spielt die Steuerlogik übrigens auch ne Rolle: Wenn du viele kleine Positionen hast, kann das Rebalancing über die Fördergrenzen hinaus schnell kompliziert werden. Weniger ist da wirklich mehr.


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