Hallo zusammen,
ich beschäftige mich gerade intensiv mit den Produktregeln für 2027 und merke, dass ich bei einem Thema nicht ganz durchblicke: Viele sprechen vom Sequence-of-Returns-Risiko – also dass die Marktentwicklung in den ersten Jahren der Sparphase entscheidend ist. Das verstehe ich prinzipiell.
Aber konkret für das neue Altersvorsorgedepot: Wenn ich 2027 starte und sagen wir 30 Jahre bis zur Rente habe – muss ich dann von Tag eins an mit vollem ETF-Anteil reinfahren? Oder gibt es da sinnvolle Übergänge? Ich bin eher der vorsichtigere Typ und frage mich, ob es rational ist, erst konservativ zu beginnen und dann den Aktienanteil zu erhöhen. Hilft das tatsächlich gegen dieses Sequenz-Risiko oder ist das nur psychologisches Wohlfühlen?
Freue mich auf Erfahrungen von euch – besonders von denen, die das durchdacht haben.
Das Sequence-of-Returns-Risiko ist beim Sparen eigentlich weniger relevant als beim Entnahme-Modus. Beim Sparen hast du einen großen Vorteil: Bei Crashs zahlst du mit günstigen Kursen ein – das ist positiv für dich. Ich würde daher sagen: Wenn dein Zeithorizont 30 Jahre ist, brauchst du nicht erst konservativ anzufangen und dann hochzufahren. Das kostet langfristig Rendite. Besser: Direkt ein Profil wählen, das zu deinen Nerven passt, und dann konsistent bleiben. Eine 70/30-Quote ab 2027 ist für 30 Jahre völlig in Ordnung. Psychologisches Wohlfühlen ist allerdings auch nicht zu unterschätzen – wenn du nachts nicht schlafen kannst, ist deine Quote zu hoch.
Klaus-Hartmann hat recht, aber ich möchte noch auf die Zertifizierungsanforderungen hinweisen: Nach AltZertG müssen Altersvorsorgeprodukte bestimmte Risikogrenzen einhalten. Das bedeutet auch, dass nicht einfach jede beliebige aggressive Quote erlaubt ist. Bei 30 Jahren Laufzeit solltest du ohnehin im zertifizierten Produktkatalog fündig werden – da gibt es durchaus Optionen mit höherer Aktienquote, die trotzdem die Anforderungen erfüllen.
Für mich war das nach der Familienzeit auch ein Knackpunkt: Soll ich sofort aggressiv sein oder erst stabilisieren? Was mich vom Nachrechnen überzeugt hat – und da schließe ich mich Max an – ist, dass die fehlende Performance durch konservatives Starten bei 30 Jahren wirklich deutlich ins Gewicht fällt. Bei einer schrittweisen Erhöhung verlierst du einfach zu viel reale Kaufkraft im Alter. Das war für meine Entscheidung ausschlaggebend.