Hi zusammen,
sitze gerade bei der Sommerhitze am Laptop und spiele mit verschiedenen Entnahmerechnern rum. Bin 58 und plane den Ruhestand ab 65. Mein AVD wird dann etwa 280k haben.
Der Rechner zeigt mir bei 1.200€ monatlicher Entnahme eine Laufzeit von 25 Jahren an. Das würde bedeuten, mit 90 ist Schluss. Aber was ist, wenn ich 95 oder sogar 100 werde? Meine Oma ist 96 geworden.
Versteh ich den Teilverkauf falsch? Ich dachte, man verkauft nur Anteile und der Rest läuft weiter. Aber der Rechner zeigt trotzdem ein Depot-Ende an. Wie rechne ich realistisch, wenn ich nicht weiß, wie alt ich werde?
Soll ich weniger entnehmen und dafür länger durchhalten? Oder gibt's andere Strategien? Die ganzen Rechner verwirren mich ehrlich gesagt.
Bin für jeden Tipp dankbar!
Das Grundproblem ist, dass die meisten Online-Rechner viel zu simpel sind. Die rechnen linear runter und fertig. In der Praxis schwankt aber sowohl die Entnahme als auch die Rendite.
Wenn du es genauer haben willst: Monte-Carlo-Simulation. Gibt online ein paar Tools dafür, oder du gehst zum Berater. Die rechnen mit verschiedenen Szenarien durch - mal schlechte Börsenjahre, mal gute, unterschiedliche Lebensalter.
Faustregel: Bei 4% Entnahme vom Startkapital hast du statistisch gute Chancen, 30+ Jahre durchzuhalten. Bei dir wären das knapp 950€ im ersten Jahr.
Ach, das haben wir uns alle schon mal gefragt! Bin 67 und stehe vor den gleichen Fragen.
Mein Tipp: Nicht zu kompliziert denken. Fang mit einer konservativen Entnahme an - so 900-1000€ bei deinem Depot. Nach 5 Jahren schaust du, wie's läuft. Wenn das Depot noch gut da steht, kannst du die Entnahme anpassen.
Das Leben ist ja nicht nur Mathematik. Vielleicht brauchst du mit 85 weniger Geld als mit 70. Oder es gibt noch ne kleine Erbschaft. Oder die Rente wird mal erhöht.
Hauptsache, du startest nicht zu aggressiv. Lieber erstmal vorsichtig und dann anpassen.
Kann KlausH nur zustimmen. Hab ähnliche Überlegungen bei meinem Riester-Wechsel angestellt.
Eine Idee wär auch die Kombination: Ersten 10-15 Jahre etwas höhere Entnahme (1.200€), dann runter auf 800-900€. In den ersten Rentenjahren bist du noch aktiver und brauchst mehr Geld für Reisen etc. Ab 80 wird's meist eh weniger.
Oder du teilst das Depot gedanklich: 70% für die Grundversorgung bis 90, 30% als "Langlebigkeits-Reserve".
Das ist tatsächlich ein wichtiger Punkt, den viele übersehen. Die Standard-Rechner gehen oft von einer festen Laufzeit aus, aber in der Realität ist das Risiko der Langlebigkeit ein echtes Problem.
Mein Ansatz: Ich plane mit dem 95. Lebensjahr als Zielmarke. Ja, das bedeutet niedrigere Entnahmen, aber dafür schlafe ich ruhiger. Bei deinen 280k wären das dann 30 Jahre Laufzeit statt 25. Du könntest zum Beispiel mit 1.000€ statt 1.200€ starten.
Wichtig ist auch: Das Depot läuft ja weiter und kann noch wachsen, wenn du nur Teilverkäufe machst. Die meisten Rechner berücksichtigen das zumindest teilweise. Schau mal, ob dein Rechner eine Restrendite nach Inflation einrechnet - 1-2% sind realistisch.